Viel ist geredet worden über Alte und Neue Medien, über die böse Kostenloskultur (=Internet), über mögliche Heilsbringer (=iPad), über die Einführung einer Leistungschutzgebühr für sog. „Qualitätsmedien“. Das Problem: Oft wird an den Symptomen herumgedoktert, statt an der Wurzel. Der klassische Journalismus ist in die Jahre gekommen und droht, zu erblinden.

7 Tage lang hatte ich diese Woche Dienst in einer deutschen Nachrichtenredaktion. 7 Tage lang habe ich „the Making of“ einer Nachrichtensendung miterlebt, von der Themenauswahl der bis hin zur Live-Sendung. 7 Tage lang habe ich beobachtet, wie eine Nachricht seinen Weg über die klassischen Gatekeeper in die breite Öffentlichkeit findet – oder auch nicht.

Stolz und Vorurteil

Ich mache diesen Job schon einige Jahre, bin stolz wie am ersten Tag auf di…


Viel ist geredet worden über Alte und Neue Medien, über die böse Kostenloskultur (=Internet), über mögliche Heilsbringer (=iPad), über die Einführung einer Leistungschutzgebühr für sog. „Qualitätsmedien“. Das Problem: Oft wird an den Symptomen herumgedoktert, statt an der Wurzel. Der klassische Journalismus ist in die Jahre gekommen und droht, zu erblinden.

7 Tage lang hatte ich diese Woche Dienst in einer deutschen Nachrichtenredaktion. 7 Tage lang habe ich „the Making of“ einer Nachrichtensendung miterlebt, von der Themenauswahl der bis hin zur Live-Sendung. 7 Tage lang habe ich beobachtet, wie eine Nachricht seinen Weg über die klassischen Gatekeeper in die breite Öffentlichkeit findet – oder auch nicht.

Stolz und Vorurteil

Ich mache diesen Job schon einige Jahre, bin stolz wie am ersten Tag auf die Professionalität, mit der wir arbeiten. Wie es uns gelingt, binnen kürzester Zeit aus dem Nichts eine Livesendung zu stemmen – mit Korrespondentenschalten, Expertengesprächen und Hintergrundfilmen – das macht uns so schnell keiner nach!

Gelegentlich mache ich mir aber auch Gedanken über den Automatismus, der sich in unseren Redaktions-Alltag geschlichen hat. Die immer gleichen Beiträge, die immer gleichen Rituale, nach denen wir unsere Nachrichten-Sendungen bauen, und natürlich mache ich mir auch Gedanken über meine eigene Rolle in diesem Spiel.

Spanische Revolution

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45 Kommentare
  1. Hebras schreibt:

    Diese differenzierte Kritik spiegelt Weitsicht und Verständnis wieder. Genau diese Art braucht man um Räder ins rollen zu bringen. Ich bin nicht der Meinung das die Prioriäten der klassischen Medien richtig gesetzt werden. Ich bin aber voller Hoffnung das sich meine Vorstellung von „Nach-richten“, sich auch irgendwann bei den großen Medien etablieren wird. Ich bin sehr glücklich in dieser Welt des großen Wandels zu leben.
    Der Beitrag hat mir sehr gut gefallen. Danke

  2. Benedikt schreibt:

    Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis bin ich auch gekommen (hier nachzulesen: http://www.slow-media.net/tribales-trommeln) – eine sehr unübersichtliche Lage (Hunderte?Tausende? Zehntausende?Hunderttausende?), aber fast keiner macht sich die Mühe, einmal vor Ort nachzusehen. Auch die Geschichte „Da ist wirklich nichts los, wir können und jetzt wieder den Budapester Sexorgien widmen“ wäre eigentlich berichtenswert. Ich meine: dass in Ägypten niemand vor Ort war, kann man noch verstehen. Aber Spanien? Ein Land mitten in Europa mit einer der jüngsten Demokratien – das ist doch Teil der massenmedialen Job Description wenigstens einmal nachzusehen …

    • Richard Gutjahr schreibt:

      Danke Benedikt. Habe mir Deinen Blogpost schon vorgemerkt und will ihn später auch noch im Artikel oben verlinken. Habe nur selbst gleich wieder Sendung und bin daher noch nicht dazu gekommen. Sollte öfter Euer Slow Media Manifest beherzigen ;-)

Willkommen!