QR-Codes fallen für mich in die Kategorie Dinge, die wo die Welt nicht braucht. Warum? Das will ich Ihnen verraten.

Haben Sie schon mal einen QR-Code benutzt? Oder anders gefragt: Kennen Sie jemanden, der schon mal einen QR-Code benutzt hat? Ach so, Sie wissen gar nicht was das ist. Nicht schlimm, muss man nicht wissen. QR-Codes, das sind diese quadratischen schwarz-weiß gemusterten Kästchen, die man jetzt immer häufiger in Zeitschriften, auf Plakaten, oder auf Bahn-Fahrkarten findet. Das QR steht für Quick Response und soll bedeuten, dass diese Dinger ganz schrecklich schnell reagieren… wenn, ja wenn sie nur jemand benutzen würde.

QR-Codes gehören für mich in die Kategorie Dinge, die wo die Welt nicht braucht. Warum? Weil sie in den meisten Fällen etwa so nützlich sind wie Bügeleisen, mit denen mal Luftballons bügeln kann (kein Witz, gab es auf der IFA dieses Jahr). Kein Mensch bügelt Luftballons. Und falls doch, rate ich diese Menschen dringend einen Arzt aufzusuchen.

Ginge es nach den QR-Code-Verfechtern, könnte das in Zukunft so aussehen: Der Ballonbügler stößt in einer Zeitschrift auf die Annonce eines Therapeuten, der sich auf das Bügeln von Luftballons spezialisiert hat. Er greift zu seinem Smartphone, lädt sich einen QR-Code-Scanner herunter. Dann hält er die Kamera seines Telefons über den Code, der in der Zeitschrift abgedruckt ist. Damit gelangt unser Ballonbügler zu einer Webseite, auf der die Telefonnummer des Psychiaters steht, den er dann anrufen kann. Natürlich hätte der Spezialist anstelle eines QR-Codes gleich seine Telefonnummer oder die Adresse seiner Webseite in die Anzeige schreiben können. Aber hey! Das wäre doch nun wirklich zu einfach.

Oh nein, wer was auf sich hält, braucht einen QR-Code. Für alles. So haben auch die israelischen TV-Sender jetzt damit begonnen, QR-Codes in Fernsehsendungen einzublenden – in das laufende Programm! Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie schauen Günther Jauch, wo sich gerade Petra Gerster, Ranga Yogeschwar und ein selbsterklärter Netz-Exorzist angeregt über das Böse im Internet unterhalten. Plötzlich auf Ihrem Bildschirm: ein QR-Code! Was tun? Schnell legen Sie Ihr Bügeleisen zur Seite, suchen panisch nach Ihrem Smartphone, hechten zum Fernseher und scannen den Code, bevor er wieder ausgeblendet wird. Mit ein bisschen Glück landen Sie dann auf der wahnsinnig schwer zu merkenden Webseite „ARD.de“. Echt praktisch das. …Nanu? Was riecht hier auf einmal so streng? – Mein Gott, der Luftballon!

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78 Kommentare
  1. Chris Wittlinger schreibt:

    Zum Beispiel kann der Therapeut nicht die Website hinterlegen, sondern seine Visitenkarte. Damit hat der Ballonbügler sofort alle wichtigen Kontaktdaten im Smartphone-Adressbuch, inklusive Link zur Website.

    So gern ich deine Art mag, der Artikel ist zu pauschal. Oder habe ich die Ironie-Tags irgendwo übersehen? Es gibt mit Sicherheit genügend sinnvolle Anwendungsbereiche für QR-Codes!

  2. Oliver schreibt:

    Also ich nutze QR-Codes vor allem, um mit dem Smartphone direkt zu einem bestimmten Inhalt zu gelangen, den ich zuvor am PC aufgerufen habe. Klassischens Beispiel sind Links zu Apps. Ich finde ein cooles Tool auf einer Internetseite und unten steht „Hey, wir haben auch eine Android- / iOS-App!“ Dann scanne ich den nebenstehenden QR-Code und lande direkt im Play Store bzw. App Store, wo ich die App installieren kann, ohne dass ich erst auf dem Smartphone danach hätte suchen müssen.
    Aber abgesehen von diesem Beispiel, was ich für einen wirklich nützlichen Einsatz der QR-Codes halte, fehlt es tatsächlich an sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten für die Dinger. Meistens werden sie dort eingesetzt, wo es wenig Sinn macht (Beispiel Zeitung -> QR-Code -> Internetseite -> Telefonnummer). Andererseits: QR-Codes gelten als hip, modern und geheimnisvoll. Da wollen viele auf jeden Fall diesen Trend mitgehen, egal ob sie nun etwas sinnvolles oder total stumpfsinniges damit anstellen.

    • Richard schreibt:

      Klar muss man unterscheiden, wo die Dinger Sinn machen und wo nicht. Mir ging es vor allem um meine Beobachtung, dass ich in 3 von 4 Fällen den Eindruck habe, hier ging es einem Unternehmen vor allem darum cool, hipp und trendy zu sein. Mehrwert des QR-Codes: Null.

      • Kai schreibt:

        Aber genau das hast Du nicht geschrieben! Stattdessen schreibst Du einen Text, der Deine Aussage nur vernebelt wieder gibt. Das ist weder gut, noch journalistisch. Tut mir leid.

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