Hausdurchsuchungen bei einer Journalistin. Anlass: ein satirischer Blogpost. Die Polizei-Aktion in NRW zeigt, wie leicht es Behörden gemacht wird, fundamentale Grundrechte auszuhebeln. Als Anfangsverdacht genügt dazu bereits, mögliche Straftaten zu ergoogeln.

big-hats

tl;dr: Die Sicherheitspolitiker hatten Recht – das Internet, ein rechtsfreier Raum. Kein Tag, an dem sie nicht daran arbeiten.

Die Geschichte von Eva Ihnenfeldt ist schnell erzählt: In einem satirischen Blogpost beschreibt die die 54jährige Journalistin, wie ihre Kinder ihr zum Geburtstag einen Scherz-Doktortitel gekauft haben. 39 Euro habe die Urkunde via Groupon gekostet. Kein akademischer Titel, sondern ein kirchlicher, verliehen von einer Freikirche in Miami, Florida. Augenzwinkernd verabschiedet sich die Bloggerin von ihren Lesern als „Dr. h.c. of Ministry Eva Ihnenfeldt, MLDC Miami“.

Art. 13 GG: Die Wohnung ist unverletzlich …


Hausdurchsuchungen bei einer Journalistin. Anlass: ein satirischer Blogpost. Die Polizei-Aktion in NRW zeigt, wie leicht es Behörden gemacht wird, fundamentale Grundrechte auszuhebeln. Als Anfangsverdacht genügt dazu bereits, mögliche Straftaten zu ergoogeln.

big-hats

tl;dr: Die Sicherheitspolitiker hatten Recht – das Internet, ein rechtsfreier Raum. Kein Tag, an dem sie nicht daran arbeiten.

Die Geschichte von Eva Ihnenfeldt ist schnell erzählt: In einem satirischen Blogpost beschreibt die die 54jährige Journalistin, wie ihre Kinder ihr zum Geburtstag einen Scherz-Doktortitel gekauft haben. 39 Euro habe die Urkunde via Groupon gekostet. Kein akademischer Titel, sondern ein kirchlicher, verliehen von einer Freikirche in Miami, Florida. Augenzwinkernd verabschiedet sich die Bloggerin von ihren Lesern als „Dr. h.c. of Ministry Eva Ihnenfeldt, MLDC Miami“.

Art. 13 GG: Die Wohnung ist unverletzlich – oder die Frage: Was ist eine “besonders schwere Straftat”?

Fotos im Morgenmantel

Ein Jahr später steht die Polizei vor der Tür ihrer Privatwohnung in Witten (NRW). Drei Kriminalbeamte mit einem Durchsuchungsbefehl und einem Zeugen vom Ordnungsamt. Zeitgleich, so wird der Journalistin mitgeteilt, werden ihre Geschäftsräume in Dortmund von Beamten durchforstet. Ein Polizist macht ungefragt ein Foto von ihr. Im Bademantel. Für die Akte.

Begründung für diese Polizei-Aktion:

“Die Beschuldigte ist verdächtig, unbefugt eine am inländischen oder ausländischen Grad zum Verwechseln ähnliche Bezeichnung geführt z…

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95 Kommentare
  1. Jürgen schreibt:

    Nach dem ersten Absatz dachte ich noch an einen verspäteten Aprilscherz, aber dem war leider nicht so!
    Unglaublich was sich der deutsche Staat herausnimmt, hier stehen Ursache und die eingeleiteten Maßnahmen in keinerlei Verhältnis. Ein einfacher Brief der Staatsanwaltschaft mit der Aufforderung den Titel nicht zu benutzen und den Blogpost zu löschen hätte völlig ausgereicht. Für alle anderen Groupon-Käufer sollte dies ein Warnhinweis sein.
    Bleibt zu hoffen, dass dies ein (trauriger) Einzelfall war!

  2. Sonja schreibt:

    Ich frage mich die ganze Zeit, was die Staatsanwaltschaft mit der Durchsuchung zu finden gehofft hat?! Briefpapier mit dem mißbräuchlich geführten Doktortitel? Oder wollten sie das Profil der Bloggerin in ihren Akten vervollständigen?

    • Richard schreibt:

      Briefpapier, Visitenkarten… sowas. Man hat zufällig eine mgl. Straftat “ergoogelt” und wollte dieser nun nachgehen.

    • Sam Vimes schreibt:

      Interessant finde ich auch:
      “Der Verdachtsgrad ist jedoch hoch, und auch die Bedeutung der zu erwartenden Beweismittel ist groß, insbesondere für das Verfahren gegen den gesondert verfolgten Verkäufer des Titels.”

      Was für Beweise gegen den Verkäufer haben die sich eigentlich erhofft? Das sie den Titel nicht selbst gekauft hat, stand doch schon in ihrem Blogpost?!

    • Fernando schreibt:

      Vielleicht waren die Instanzen ja sogar mal etwas intelligent (kommt leider allzu selten vor) und haben aufgrund der satirischen Darstellung des Ganzen befürchtet, dass die gute Frau für den Behördenapparat gefährlich werden könnte. “Lass mal gucken. Vielleicht hat sie ja Informationen über (illegal) erschlichene Doktortitel unserer Amtskollegen irgendwo gebunkert. Wir müssen das halt nur etwas aushebeln, denn so einfach kommen wir wegen den (blöden) Grundrechten nicht dran.” und schwupps hiess es “Internetrecherche”. Irgendwie sind da grad alle ganz heiss drauf auf diese “Plagiatsvorwürfe”. Liebe Staatsanwaltschaft, bitte richtet euer Augenmerk doch vorerst mal auf die eigenen Reihen. Denn wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Danke im Voraus!

Willkommen!