Selfies sind mehr als nur eine Modeerscheinung. Sie haben eine lange Tradition und  erfüllen darüber hinaus eine wichtige, gesellschaftliche Aufgabe.

oscar-selfie

Ein Schnappschuss geht um die Welt: 3,3 Millionen. So viele Menschen haben bis dato das Handy-Foto geteilt, das Ellen DeGeneres während ihrer Oscar-Moderation live ins Netz stellte. Binnen 35 Minuten hatte das Bild die 800.000-Retweet-Marke gerissen. Damit hat die Showmasterin den bisherigen Rekordhalter, Barack Obama, auf die Plätze verwiesen.

Selfies, also Bilder, die man mit ausgestrecktem Arm von sich selbst knipst, haben eine lange Tradition. Schon alte Meister wie Rembrandt oder van Gogh schufen erste Selfies, indem sie ihr eigenes Antlitz auf Leinwand bannten und in irgendein Museum hängten. Was blieb ihnen auch anderes übrig, Handykamera und Facebook gab es ja noc…


Selfies sind mehr als nur eine Modeerscheinung. Sie haben eine lange Tradition und  erfüllen darüber hinaus eine wichtige, gesellschaftliche Aufgabe.

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Ein Schnappschuss geht um die Welt: 3,3 Millionen. So viele Menschen haben bis dato das Handy-Foto geteilt, das Ellen DeGeneres während ihrer Oscar-Moderation live ins Netz stellte. Binnen 35 Minuten hatte das Bild die 800.000-Retweet-Marke gerissen. Damit hat die Showmasterin den bisherigen Rekordhalter, Barack Obama, auf die Plätze verwiesen.

Selfies, also Bilder, die man mit ausgestrecktem Arm von sich selbst knipst, haben eine lange Tradition. Schon alte Meister wie Rembrandt oder van Gogh schufen erst…
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4 Kommentare
  1. Fritz schreibt:

    Jetzt war ich gerade angezogen von dem Versprechen, etwas über die „wichtige, gesellschaftliche Aufgabe“ zu erfahren … und dann … leider nichts. Oder habe ich es nucht verstanden?
    Die Tradition ist zwar lang – vom eingeschmuggelten Selbstproträt in der frühen Malerei über die ersten echten Selbstproträts bis zur Erfindung des Selbstauslösers Ende des vorigen Jahrhunderts (Rembrandt ist der wichtigste Ahnherr – er hat sich fast 50 mal in Öl gemalt, außerdem in Radierungen und wer weiß wie oft gezeichnet). Alles das waren aber Prüfbilder wie beim Blick in den Spiegel und beruhten vor allem auf dem Motiv der Selbstbefragung: „Wer bin ich eigentlich?“
    Bei dem, was man jetzt Selfie nennt, ist das komplett andersherum. Zwar spürt man noch hier und da diesen kritischen Frageblick in den Spiegel, aber eigentlich geht es um Mitteilungen ohne Text. Wenn man so will, ersetzen Selfies schreiben und erzählen – Foto-Sprache in der 1. Person. Und das liegt einfach in der technischen Logik des Smartphones.
    Die „gesellschaftliche Bedeutung“ ist mir aber immer noch ziemlich schleierhaft ;) Soziologisch ist immerhin das Dokumentarische interessant. Wir sehen wie andere Menschen leben, wie andere Menschen aussehen etc. Das ist bekanntlich für Menschen das Interessanteste überhaupt („Was tun die anderen? Wie verhalten sie sich? Was denken sie?“) – leider auch das, woran sie sich am liebsten orientieren. Wir neigen ja nach unzähligen Studien ohnehin dazu, einander ständig nachzuäffen. Selfies würde dann „gesellschaftlich“ als Verstärker allermöglichen Moden und Hypes wirken.
    Bei der psychischen Bedeutung kann man auch nur spekulieren. Da passiert unglaublich viel mit uns. Wer einmal mit den Selfies anfängt, wird in Vanitas-Spiralen hineingezogen – wer Pech hat bzw. sowieso gefährdet ist, geht darin unter. Wirklich souveränen Umgang mit den Selfies haben die Promis. Endlich kriegen wir nicht mehr nur die Fotos von den Paparazzi, sondern die Promis werden zu Paparazzi ihrer selbst, was dann ja wirklich lustig ist. Ich folge z.B. dem Twitter Account vcon Ron Wood – und das ist neben dem Spaß tatsächlich auch soziologisch interessant. Für Schriuftsteller zeitgenössischer Romane unendliche Stoff-, Inspirations- und Detailreserven.

    • Volker schreibt:

      Ironiedetektor in der Werkstatt? ;)

  2. […] Seit der Oscar-Verleihung gibt es bei Twitter einen neuen Rekord in Sachen Retweet zu vermelden. Der Tweet bestand nicht nur aus Text, sondern auch einem Foto, das dem aktuellen Hype um Selfies gerecht wird, weiß Richard Gutjahr: Me, myself and my Selfie […]

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