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Von Pro-Sieben zum Pro-Seminar: „Schlag den Raab“ gestern war weniger TV-Show als Psychologie-Vorlesung über Neid, Missgunst und die Kraft der Inszenierung moderner Gladiatoren-Kämpfe.

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Deutschland hasst Hans Martin. Ein Pharmazie-Student, 24 Jahre alt aus Oldenburg. Sportskanone, Intelligenzbolzen, Superstreber. Die Show beginnt wie immer. Einspielfilme zu den Kandidaten, die schon mal die Richtung vorgeben. Das Zuschauer-Voting, bei dem man komischerweise nie erfährt, wie viele da eigentlich für wen angerufen haben. Dann: das erste Spiel. Schon früh katapultiert sich der über-ehrgeizige Hans Martin beim Publikum ins Aus: Neunmalkluge Kommentare. Komisch anmutende Selbstgespräche. Der personifizierte Unsympat.

Ich leide am Underdog-Syndrom. Ein Reflex, der bewirkt, dass ich immer gerne zum Schwächeren halte (eine Eigenschaft, die es mir sehr schwer macht, je ein F…


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Von Pro-Sieben zum Pro-Seminar: „Schlag den Raab“ gestern war weniger TV-Show als Psychologie-Vorlesung über Neid, Missgunst und die Kraft der Inszenierung moderner Gladiatoren-Kämpfe.

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Deutschland hasst Hans Martin. Ein Pharmazie-Student, 24 Jahre alt aus Oldenburg. Sportskanone, Intelligenzbolzen, Superstreber. Die Show beginnt wie immer. Einspielfilme zu den Kandidaten, die schon mal die Richtung vorgeben. Das Zuschauer-Voting, bei dem man komischerweise nie erfährt, wie viele da eigentlich für wen angerufen haben. Dann: das erste Spiel. Schon früh katapultiert sich der über-ehrgeizige Hans Martin beim Publikum ins Aus: Neunmalkluge Kommentare. Komisch anmutende Selbstgespräche. Der personifizierte Unsympat.

Ich leide am Underdog-Syndrom. Ein Reflex, der bewirkt, dass ich immer gerne zum Schwächeren halte (eine Eigenschaft, die es mir sehr schwer macht, je ein Fan des FC Bayern zu werden). Schon nach dem ersten Spiel waren die Rollen besetzt: Hans Martin, der Klugscheißer mit dem hohen IQ. Stefan Raab: das etwas aus der Form geratene, unbedarfte Opfer. So dachten wir. So dachte ich, am Anfang zumindest.

Das war, bevor ich gesehen habe, was zeitgleich bei Twitter abging. Schierer Hass und Häme, welche da aus der Anonymität des Internets heraus auf den Kandidaten einschlugen. Hier nur ein kleiner, noch eher harmloser Auszug:

pictwitterraab

Man muss sich das einmal vorstellen: nur …

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54 Kommentare
  1. Fabian schreibt:

    Sehr guter Artikel. Auch ich habe gestern während der Show ein wenig gewettert gegen Hans-Martin. Aber er ist jung. Stefan oder der Moderator hätten gekonnt eingreifen können. Stefan hätte zurück stacheln können um einen Ausgleich zu schaffen. AAABER: Die Versuche gab es! Auch Stefan hat ihn mal gut ausgelacht. Der Moderator hat mehrmals deutliche Signale gesendet, dass sich hier jemand zum Affen macht! Das alles ist an Hans-Martin aber völlig abgeprallt. Und gerade das machte ihn einzigartig gegenüber den vorherigen Kandidaten. Er hatte nur sich selbst im Kopf.

    Ob es mir besser ergangen wäre wage ich nicht zu beurteilen. Aber, dass es anders geht haben andere Kandidaten bereits mehrfach bewiesen. Auch Oku oder Nino(?) waren lässig, großmäulig, aber dennoch immer fair!

    Hier hat ein Egoschwein gespielt. Er ist nicht DAS Opfer gewesen. Alle haben versucht ihn „zu retten“. Aber er wollte es gar nicht.

    Egal, in 2 Tagen ist er vergessen. Was jedoch im Internet nachhaltig bleibt ist übertrieben. Hassgruppen, recherchierte Adressen und Telefonnummern gehen einfach zu weit.

  2. Erik schreibt:

    Naja. Hassmartin als das arme Opfer darzustellen finde ich doch etwas überzogen. Die Arroganz die dieser Unsympath an den Tag gelegt hat – z.B. beim Diskus – lässt sich nicht so einfach mit der schwächeren Rolle im TV-Zirkus schön reden.

Willkommen!