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Auf meinen Reisen* begegnen mir immer wieder Menschen, die irgendwann in ihrem Leben den Stecker gezogen haben. Die beschlossen haben, aus der Routine auszubrechen, den Job zu wechseln, ihr eigenes Ding zu machen. Warum wir diese Menschen nicht bemitleiden sondern bewundern sollten.

 

surfrescue

 

Der Agenturchef, der auf eine einsame Berghütte zieht. Der Fastfood-Filialleiter, der heute für ein amerikanisches Startup arbeitet. Der IT-Spezialist, der mit Frau und Kind nach Neuseeland ausgewandert ist. Sie alle haben ihren sicheren Job an den Nagel gehängt, um Neuland zu betreten, geographisch, vor allem aber im Kopf.

Oft wundern wir uns über einen solchen Sinneswandel. Warum wirft jemand so leichtfertig seine Karriere hin? Burn Out? Langeweile? Frustration? Was immer sie dazu bewegt, die eigene Reset-Taste zu drücken, für mich sind diese Menschen Helden. Helden, weil sie den Mumm hatten, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Weil sie sich nicht damit zufrieden geben wollten, dass ihr Leben allein von Anderen bestimmt wird.

 

thailowincome

 

Auch wenn heute noch keiner sagen kann, ob sie jemals finden werden, wonach sie suchen, für mich haben diese Menschen schon gewonnen, denn sie haben es zumindest versucht.

Ob Bezos, Jobs oder Zuckerberg. Was erfolgreiche Persönlichkeiten von anderen unterscheidet, ist eine Idee, an die sie glauben und die sie verfolgen bis zur Schmerzgrenze – wenn es sein muss, auch darüber hinaus.

 

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Ich weiß was Ihr jetzt sagt: „Und was ist mit denjenigen, die es nicht schaffen? Von denen hört man nie!“

In den letzten Jahren habe ich auch Menschen kennengelernt, die mit ihren Ideen gescheitert sind. In einem Fall war der Investor abgesprungen, in einem anderen Fall gab es Streit zwischen den Partnern oder das Timing hatte einfach nicht gestimmt.

 

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Scheitern ist hart. Aber noch härter ist es, zu verlieren mit dem Wissen, nicht alles gegeben zu haben. Glück, Timing, Zufall – Faktoren, auf die man keinen Einfluss hat. Und doch lehrt mich meine eigene Erfahrung: Der Zufall ist gut zu Menschen, die bereit sind, alles zu geben.

Das soll nicht heißen, dass man nicht auch über die klassische Karriereleiter sein Glück findet. Ich fürchte nur, wenn die Digitalisierung unserer Welt weiter so schnell voranschreitet wie in den letzten Jahren, wird es viele dieser vermeintlich sicheren Jobs bald nicht mehr geben.

 

*Die Fotos dieser Seite stammen von einem Trip letzte Woche aus Thailand, Neuseeland und Australien

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9 Kommentare
  1. Martin Goldmann schreibt:

    Schöner Text. Ein Gedanke noch: Scheitern hilft auch lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen :)

    • Richard schreibt:

      Danke. Da ist was dran. Menschen, die gescheitert sind (und alles versucht haben) haben eine eigene innere Ruhe. Nach dem Motto: der Weg ist das Ziel.

  2. Wilhelm Meister schreibt:

    Zur Not Handwerker werden. In Down Under hoch gefragt. :)

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