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In einer Welt, in der das Internet vollständig mit der physischen Welt verwoben ist, in der Informationen allgegenwärtig sind wie Wasser und Strom – welche Rolle bleibt uns Journalisten? Meine Eröffnungskeynote zum Symposium Online Journalismus und die 4. Machtam ZKM Karlsruhe.   Vor ein paar Wochen saß ich beim Friseur. Mein Stamm-Friseur, zu dem ich sonst immer gehe, war ger…


In einer Welt, in der das Internet vollständig mit der physischen Welt verwoben ist, in der Informationen allgegenwärtig sind wie Wasser und Strom – welche Rolle bleibt uns Journalisten? Meine Eröffnungskeynote zum Symposium Online Journalismus und die 4. Macht am ZKM Karlsruhe.

 

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Foto: Michael M. Roth, MicialMedia

 

Leben nach dem Tod

Vor ein paar Wochen beim Friseur. Nicht mein Stamm-Friseur, der war gerade im Urlaub. Ich sitze also auf dem Stuhl. Wir beginnen mit Small-Talk. Was man halt so macht, während man geschoren wird.

Friseur: Was machen Sie?

Ich: Ich bin Journalist.

Er: Für was?

Ich: Das frage ich mich auch oft.

Sehr verehrte Damen und Herren, mit meinen Ausführungen heute möchte ich an eine Rede anknüpfen, die ich im Frühjahr in Wien gehalten habe und auf die mich viele Kollegen auch Wochen später noch angesprochen haben.

Meine Ansprache damals auf dem Journalistenkongress handelte davon, dass ich nicht glaube, dass es die beste Zeit für Journalismus ist, in der wir leben. Im Gegenteil: Ich glaube, es ist eine lausige Zeit für Journalismus.

Gerade wir klassischen Journalisten sitzen zwischen den Stühlen. Die alten Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr. Die neuen noch nicht. Und wir, die wir Geschichten erzählen und davon leben wollen, befinden uns gefangen irgendwo im analog-digitalen Niemandsland. Eine Zwi…
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5 Kommentare
  1. Fritz Iv schreibt:

    Oh. Die Kunst. Die Kunst?
    „Ideen“ sind natürlich immer die Retter. Künstler leben aber überwiegend sehr schlecht.
    Die Einkommensverteilung im Kultursektor war immer schon eine Hyperbel und die hat sich im Zeitalter des Promitums noch weiter aufgesteilt: Unendlich viele verdienen nichts mit ihrer Kunst, ein paar leidlich und einer Handvoll fliegt das Geld astronomisch zu. Also keine schön Glockenkurve.
    Gerade im Kunstsektor gibt es diese unfassbare Hyperbel. Würde man dem Journalismus nicht wünschen und hätte fatale Folgen. Beispielsweise würden viele Talente den Eisberg verlassen.
    Anderer Punkt, der mich nachdenklich stimmt: „Cut out the middleman“ – stimmt das denn? Viele netzgestützte Geschäftsmodelle installieren überhaupt erst einen Middleman oder monopolisieren ihn – z.B. Uber, Ebay, und die ganzen Lieferdienste sind auch auf Margen aus.
    Nach Google versuchen jetzt auch Facebook und Apple die Maklerrolle für journalistische Inhalte zu bekommen bzw. vollkommen aufzusaugen.
    Was auf dem Rückzug ist, ist die Rolle der Gatekeeper, an denen man früher irgendwie vorbeikommen musste, wenn man etwas veröffentlichen wollte. Viele „Startups“ der 70er/80er Jahren bildeten sich als „Gegenöffentlichkeit aus (z.B. TAZ, auch Vice kommt noch aus dieser Ecke). Aber die neuen Makler-Plattformen im Netz funktionieren vielleicht am Ende rigider noch als die Alten? Sie können nämlich Bedingungen diktieren, solange sie nicht im echten Wettbewerb sind.
    Die Empfehlung zum „freischwebenden“, spielerischen Vorgehen finde ich nicht schlecht. „Try as much as you can.“ Kann aber nur eine Nischenlösung sein. Ein Baustein. Damit rettet man nicht die spezifische Produktionsform „professionelle Redaktion mit mehrstufigem Qualitätssicherungsprozess“.

  2. Mathilde Hagen schreibt:

    … ein Dilemma: die Kunst rettet die Welt?
    Vielleicht, aber auch nur vage, kann man mit der Kunst seine Seele retten, aber solange der Künstler keine Wirtschaftsmacht anbieten kann, wird er gnadenlos ausgehungert, Seelenheil hin oder her.
    (wenn ich da an diverse Vernissagen denke, mir wird übel)
    Die Wohlstandsclique feiert sich nach wie vor selbst und die breite Masse hat, dank massiver Verdummungs -und unterdrückungsmaschinerien (man denke nur an den viereckigen Kasten oder mal ganz banal an unser Ordnungsamt), schon längst aufgehört ein selbstbestimmtes Leben zu suchen. Wie auch? (Haus, Auto, Urlaub, uns gehts doch gold)
    Die wenigen Menschen, die ich kenne, die sich einen unabhängigen aufrechten Geist, den es braucht, um sich nicht dem zügellosen Kapitalismus und seinen sogenannten bürokratischen Helfershelfern zu unterwerfen, werden immer handlungsunfähiger, depressiver.
    Solange wir alle nur noch Sieger sein wollen … nein, nein, es gibt sie ja, ein paar taffe junge Leute, die einen anderen Weg gehen. Das macht mir Hoffnung.

Willkommen!