Steve Jobs – kaum einer kennt die Geschichte des Mannes, der die Computer-, Musik- und Telekomindustrie revolutionierte. Wie er als Teenager den Telefon-Riesen AT&T hinters Licht führte und was den jungen Zen-Schüler nach Deutschland verschlug, bevor er mit 26 Jahren Apple Computer gründete.. Gebt mir ein paar Minuten – und ich gebe Euch: all about Steve.

Steven Paul Jobs kam am 24. Februar 1955 in San Francisco. als John Doe (= namenlos, da unerwünscht, s. Kommentar von Alex) auf die Welt. Seine leibliche Mutter gab ihn zur Adoption frei – an Paul und Clara Jobs. Obwohl Jobs erst im Erwachsenenalter erfahren hat, dass er adoptiert wurde, vermuten Biographen und Weggefährten, dass er sich dessen schon viel früher bewusst war. Eine Erklärung, weshalb sich Jobs schon in jungen Jahren immer wieder zu beweisen suchte. Soweit die Küchenpsychologie.

(Adoptiv-) Vater Jobs stammte ursprünglich aus Indiana, dem Mittleren Westen, schlug sich durchs Leben als Maschinenschlosser bei der US Coast Guard, als Automechaniker, später sogar als Geldeintreiber. Er muss von imposanter Statur gewesen sein und galt als ein zäher Verhandlungspartner.

Hyperaktive Heulsuse

Mitte der 50er Jahre zogen Paul und Clara Jobs in ein Industriegebiet im Süden von San Francisco, in ein neu errichtetes Wohnviertel für heimgekehrte Veteranen. Der kleine Steve wird in Biographien als „hyperaktiv“ beschrieben. Er soll sich beispielsweise eine Brandwunde zugezogen haben, als er mit einer Haarnadel in einer Steckdose hantierte. Seiner Liebe zur Elektronik tat das offenbar keinen Abbruch.

Die Jobs-Familie (inzwischen um eine Adoptivtochter reicher) zog nach Mountain View (heute Hauptsitz von Google), einem Ort in dem die Mitarbeiter diverser Elektronik-Unternehmen lebten, die rund um Palo Alto im Herzen des Silicon Valleys angesiedelt waren. Steve Jobs hatte es schwer, neue Freundschaften zu schließen. Schulfreunde beschrieben ihn später als Außenseiter und „ziemliche Heulsuse“. Sein Benehmen brachte ihm wohl auch immer wieder Ärger in der Schule ein. So verweigerte er beispielsweise mal seine Hausaufgaben, weil er diese als „Zeitverschwendung“ betrachtete.

Schicksalhafte Begegnung

1967 zogen die Jobs in die Ebene von Los Altos, wo Cupertino und Sunnyvale ein Dorado für Elektroingenieure und Technik-Freaks waren. Für Steve Jobs das reinste Paradies! Elektronik war die perfekte Freizeitbeschäftigung für den Teenager. Und: in einer Gegend wie dieser, galt Basteln und Herumschrauben in einer Garage nicht einmal als besonders geekig. Jobs fand tatsächlich schnell Gleichgesinnte: allen voran Steve Wozniak, der. schon mal eine Nacht im Jugendgefängnis einsaß, weil er mit einem tickenden Wecker im Schulschrank einen Bombenalarm auslöste.

Auch sonst hatte Steve Jobs in „Woz“ seinen Meister gefunden: „Mit ihm hatte ich zum ersten Mal jemanden kennen gelernt, der mehr von Elektronik verstand als ich“, so Jobs in einem Interview.

Während Wozniak der klar überlegene Techniker war, so war Jobs der bessere Geschäftsmann. Als die beiden Teenager für ein gemeinsames Projekt mehr Bauteile brauchten, griff Steve Jobs zum Telefon und rief Bill Hewlett an, dem Gründer und Leiter von Hewlett-Packard. Jobs: „Seine Nummer stand im Telefonbuch“.

Der Telekom-Coup

Mit . 16 Jahren gelang Jobs ein Geniestreich. Eine Gruppe technisch gewiefter Hippies hatte herausgefunden, wie man mit der Plastik-Pfeiffe aus einer Cornflakes-Packung den Telefonanbieter AT&T austricksen konnte. Durch den Ton, den dieses kleine Spielzeug von sich gab, ließen sich über das Telefon Gratis-Ferngespräche freischalten. Dazu musste man lediglich eine bestimmte Frequenz durch den Telefonhörer spielen.

Jobs und Wozniak entwickelten ein kleines Gerät, das sich diesen Trick zu eigen machte und durch einen einzigen Knopfdruck sämtliche Telefonleitungen freischaltete. Die beiden Teenager verkauften die Geräte in der gesamten Umgebung – für 150, später sogar für 300 Dollar das Stück.

Steve Jobs und das College – das war nur eine flüchtige Begegnung. Seine Noten waren mies, weshalb Jobs schon bald nur noch Wunschkurse besuchte. Einer davon war Kalligraphie (der Grund, weshalb sich das Schriftbild des Apple Macintosh, Jahre später, ästhetisch so sehr von allen anderen PCs unterschied). Steve Jobs schildert diesen Abschnitt seiner Jugend in seiner Rede vor der Stanford-Abschlussklasse von 1995 (siehe Video).

Atari – der einzige Job von Jobs

1974 heuerte Steve Jobs bei der Firma Atari an, die mit „Pong“, dem ersten Videospiel aller Zeiten, weltweit Erfolge feierte. Atari suchte dringend Elektrotechniker, für Jobs eine passende Gelegenheit das Angenehme (Hobby) mit dem Nützlichen (Geld) zu verbinden. Der leitende Ingenieur erinnert sich an Steve Jobs: der Personalchef sei zu ihm gekommen, weil da ein junger Studienabbrecher in Hippie-Klamotten stand, der nicht eher gehen wollte, bis man ihm einen Job gab.

Dieser junge Mann, berichtet er, hätte etwas Besonderes gehabt, eine „Vision“. „Er hatte diese phantastischen Ideen, aber nicht viel, um sie zu untermauern. Nur die Tatsache, dass er an sie glaubte“. Steve Jobs wurde schließlich für die Nachtschicht bei Atari eingeteilt, schon allein deshalb, damit er nicht mit allzu vielen Mitarbeitern aneinander gerät.

Probleme in Deutschland

Atari hatte bald Schwierigkeiten in Deutschland. Die Spiel-Adaptionen liefen dort nicht wie gewünscht. Der Atari-Chefentwickler schickte Jobs, den jungen Hippie, ausgerechnet an den Ort, der für seine Ordnung und Pünktlichkeit bekannt war. Sein Chef erinnert sich: „Auf der einen Seite standen also die Deutschen, Sie wissen schon, tipp-top ordentlich in Reih und Glied, und auf der anderen Seite stieg Jobs in seinem Pennerlook aus dem Flugzeug.“ Doch siehe da: Jobs brachte es fertig, das Atari-Problem in Deutschland innerhalb von zwei Stunden zu lösen.

Jobs reiste von Deutschland nicht wieder zurück nach Kalifornien sondern weiter nach Indien. Er machte „irgendeine Art von Qualen durch, weil er ein adoptiertes Kind war“, berichtet ein Freund. Das war auch die Zeit, zu der er einen Privatdetektiv anheuerte, der versuchen sollte, seine leibliche Mutter ausfindig zu machen. „Eine Weile lang war er besessen davon“.

Zurück aus Indien

Jobs ging einige Monate auf Selbsterfahrung und lernte Drogen, den Zen-Buddhismus, vor allem aber echte Armut kennen. Als er aus Indien zurückkehrte fand er sich in einem Zwiespalt gefangen zwischen der rauen Lebenswirklichkeit, die er in Indien vorgefunden hatte, und der künstlichen Computer-Welt zuhause im Silicon Valley. In safran-farbenen Gewändern, kahl rasiert und barfuß ging er wieder seiner Arbeit nach bei Atari, den einzigen Arbeitgeber, den Steve Jobs neben Apple je hatte.

Steve Jobs soll in dieser Zeit das Computerspiel „Break-Out“ für Atari geschrieben haben. Freunde berichten, in Wahrheit habe Steves Freund „Woz“ die ganze Programmierarbeit geleistet. „Steves Aufgabe bestand darin, Cola und Süßigkeiten zu kaufen, während Woz den gesamten Entwurf übernahm“. Atari habe Steve 1000 Dollar gezahlt. Steve aber soll Woz erzählt haben, er habe nur 600 bekommen, zahlte ihm seine „Hälfte“ aus, also 300 Dollar, und steckte sich selbst 700 Dollar in die Tasche (die Vorlage für das spätere 70:30-Gewinnbeteiligungsmodell von iTunes und AppStore?).

Das Jahr, bevor er Apple gründete, tauchte Jobs immer tiefer ein in die Welt der Zen-Meditation. Er besuchte regelmäßig das Los Altos Zen Center, ließ sich von großen Lehrmeistern unterweisen. Zen, mit seiner Betonung auf „spontane, intuitive Einsichten“, so ein Biograph, wurde zu einer lebenslangen Gewohnheit von Steve Jobs.


Die Garage gibt es noch immer – hier wurde Apple gegründet

Die Geburt von Apple

Im Jahr 1975 entwickelte Steve Wozniak eine neuartige Platine, die für Tüftler und Bastler als Basis für eigene Computer diente. Jobs erkannte darin das Potential für ein neues Geschäftsfeld und beschloss zusammen mit Woz, in Serienproduktion zu gehen.

Das 1. Logo

Um den Firmennamen „Apple“ ranken sich diverse Mythen. Glaubhaft erscheint jedenfalls jene Version, wonach Jobs und Wozniak sich auf den Namen „Apple Computer“ einigten, weil ihnen auf Anhieb nichts besseres einfiel. Ausserdem würden sie damit noch vor Atari im Telefonbuch landen.

Mit einem gemeinsamen Startkapital von gerade mal 1000 Dollar stand es anfangs nicht gut um die beiden Jungunternehmer. Das Interesse nach der neuen Leiterplatte war mäßig.. Bis Jobs eines Tages (wie üblich barfuß) bei einem örtlichen Ladenbesitzer vorbeischaute. Der bestellte prompt 50 Apple-Computer zum Stückpreis von 666 Dollar – ein Auftrag mit einem Volumen von knapp 30.000 Dollar und zugleich die Geburtsstunde des ersten Apple Computers, dem Apple I.

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Bis die offizielle Biographie im November erscheint, empfehle ich das folgende Paperback, aus dem ich auch einige Zitate für diesen Blogpost entnommen habe: „Steve Jobs und die Erfolgsgeschichte von Apple“ (Amazon Affiliate-Link)

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Gewinnspiel (beendet):

Die ersten 3 Blogleser, die den Namen des Apple Tablets korrekt vorhersagen und. hier als Kommentar hinterlegen, bekommen das Buch „Steve Jobs und die Erfolgsgeschichte von Apple“ zugeschickt. Pro Person nur ein Tip! Einsendeschluss heute 18 Uhr. Die Uhrzeit des Kommentar-Eingangs entscheidet. Bonne chance! :-)

 
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30 Kommentare
  1. Konstantin G schreibt:

    „The Tablet“

  2. Jens schreibt:

    Da ja (fast) alle nur vom „iSlate“ reden, will ich‘s mal hier posten.

Willkommen!