30 Prozent der Deutschen leben offline. Wie ist das möglich? Wie informieren die sich? Wie kommunizieren die? Wie finden die nach Hause? Ob die wohl auch ohne Sauerstoff klar kämen? Hand auf’s Gigaherz: ein Leben ohne Internet – wer will das schon? (Nein, liebe Zeitungsverleger, Sie dürfen leider nicht mit abstimmen!).

Es gibt Leute, die behaupten, ich sei online-süchtig. Gute Freunde würden da natürlich sofort widersprechen – wenn ich welche hätte. (Memo: Facebook-Gründer Zuckerberg E-Mail schicken und ihn fragen, ob er mir ein oder zwei seiner 500 Millionen Freunde abtreten würde) Was wissen wir über Online-Süchtige? Sie sind jung, überwiegend männlich und überdurchschnittlich intelligent. Soweit gehöre ich sicher zur Risikogruppe.

Der Spiegel will uns einreden, dass man auch mal abschalten muss. Was denn, das Leben? Nur für’s Protokoll: Sollte mir jemals was Schlimmes zustoßen, möchte ich durch moderne Apparate-Medizin online gehalten werden. Internet, ein Bett und künstliche Ernährung – mehr brauche ich nicht. Wenn ich so auf den Berg leerer Pizzakartons neben mir schaue, keine allzu große Umstellung.

Dabei müssen Internet und gesunde Ernährung kein Widerspruch sein. Seit diesem Monat liefert der Online-Buchhändler Amazon auch Lebensmittel, sogar aus ökologischem Anbau. Brokkoli per Mausklick! Ja Leute, gibt es überhaupt noch einen Grund, jemals wieder einen Fuß vor die Tür zu setzen?

Ein Leben ohne Internet, das wäre wie ein Buch ohne Buchstaben, wie ein Auto ohne Räder. Natürlich könnten wir das Rad der Zeit zurückdrehen. Die Frage ist nur: wie weit? Wo fing es an, das Zivilisations-Unheil? Mit dem iPod? Dem. Tamagotchi? Wie leicht und unbeschwert das Leben doch war, damals, bei Adam und Eva im Paradies. Bis sich eine Schlange bildete vor dem ersten, alt-testamentarischen Apple Store.

Meine Kolmune findet Ihr jeden Freitag neu im Kultur & Medien-Teil der Münchner Abendzeitung.

 
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3 Kommentare
  1. maxbuttlies schreibt:

    Mal zum gesunden Leben der „Online-Süchtigen“: Ich bin Fachinformatiker und Vegetarier. Das eine schließt das andere also kein bisschen aus…

  2. Sven Hennig schreibt:

    Wobei das ja anscheinend momentan mal wieder ein Thema ist auf welches alle aufspringen müssen.

    Gibt ja kaum einen Verlag oder dergleichen die derzeit nicht was von „ich bin mal off“ schreiben.

    Generell stellt sich doch die Frage wie man es auf sich wirken lässt. Es macht durchaus Sinn auch mal abzuschalten, keine Frage. Andererseits ist es besser auch im Urlaub mal das eine oder andere zu lesen, wenn es einem dann besser geht.

    Denkt man den ganzen Tag nach was alles „sein könnte“ ist es besser einmal Mails abzurufen und gut.

Willkommen!