Gehören Sie auch zu den notorischen PIN- und Passwort-Vergessern? Willkommen im Club! Warum wir Deutsche die dümmsten Passwörter vergeben und ich der wahre James Bond bin.

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Gehören Sie auch zu diesen notorischen PIN- und Passwort-Vergessern? Wenn ja: willkommen im Club! Je älter ich werde, desto mehr habe ich das Gefühl, mein Leben wird beherrscht von wirren Zahlen- und Buchstabenkombinationen. Es beginnt am Morgen mit meinen Büro-PC. Gerade habe ich es geschafft, mir das aktuelle Passwort zu merken, da fordert mich der Kasten auf, ich muss es wieder ändern – aus Sicherheitsgründen. Ich klebe dann immer ein Post-it mit dem aktuellen Passwort auf den Monitor. Riskant? Mag sein. Aber hilft. Der Klassiker: ich stehe vor dem Geldautomaten und mir fällt die PIN nicht ein. Erster Versuch: falsch. Zweiter Anlauf: wieder falsch. Noch ein Fehler – und der Apparat frisst die Karte. So muss sich 007 fühlen beim Entschärfen der Atombombe. Nachdem mir ein entnervter Bankmitarbeiter zum x-ten mal die Karte aus dem Automaten fischen musste, hat mir meine Bank jetzt eine Wunsch-PIN angeboten. Doch welche Zahlenkombination soll ich nur wählen?

Wir Deutsche benutzen ja angeblich die dümmsten Passwörter der Welt. Eine Untersuchung hat ergeben, dass 85 Prozent unserer Passwörter Grütze seien. Besonders beliebt aber dämlich: Zahlenabfolgen wie 1234. Auch gern genommen: Geburtsdaten. Würde ich schon deshalb nie wählen, weil ich mir keine Geburtstage merken kann. Dann schon lieber eine Zufallszahl. Doch wie soll ich mir die merken? Neulich hat mir ein Kollege einen Tipp gegeben: da gibt’s ne App dafür, mit der lassen sich Passwörter, Kundenkennworte und all‘ solche Sachen super-sicher auf dem Handy speichern. Doch was, wenn das Gerät geklaut wird? Auch daran haben die Entwickler gedacht: Das Programm ist nämlich – da kommen Sie nie drauf – geschützt. Mit einem Passwort.

Meine Print-Kolumne findet Ihr jeden Freitag im Kultur- und Medienteil der Münchner Abendzeitung.

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29 Kommentare
  1. Torsten Beeck schreibt:

    Passwörter sind ein Krampf, keine Frage. Nimmt man für jedes Login ein separates, muss man sie aufschreiben. Wenn nicht, gefährdet man bei einem Sicherheitsproblem die gesamt „digitale Identität“. Ich verwende seit einiger Zeit 1Password (http://agilewebsolutions.com/onepassword) auf PC, Mac und iOS. Gibt es auch für Android, Cross-Plattform-Sync über Dropbox, gibt Browser-Plugins und ist (zumindest in der Mac-Version) sogar echt elegant. Nur Pin und Hauptpasswort muss man sich immer noch merken – das schaffst du schon! – t

    • Richard Gutjahr schreibt:

      @torsten beeck Ja, 1password war auch der tipp des kollegen – funktioniert tatsächlich – und eines tages merke ich mir auch das dazugehörige masterpassword ;-)

  2. Frank schreibt:

    Schade, dass Du auch keine Lösung für das Problem hast.

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