Im April habe ich in diesem Blog LaterPay vorgestellt, ein Micropayment-System, mit dem man schnell und bequem einzelne Texte, Bilder oder Videos im Netz kaufen kann, ohne sich umständlich anmelden zu müssen (siehe Blogpost Geldpremiere). Jetzt gibt es tolle Neuigkeiten: Seit heute sind zwei weitere fantastische Blogs mit an Bord: LousyPennies und Weeklys!

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Lousypennies und Weeklys

Karsten Lohmeyer und ich kennen uns noch aus der Schule, der Deutschen Journalistenschule. Über die Jahre hatten wir uns aus den Augen verloren, bis uns ein glücklicher Umstand wieder zusammen führte. Zusammen mit Stephan Goldmann startete Karsten Ende 2012 das Blog lousypennies.de und schaffte es binnen kürzester Zeit sich mit seiner Seite einen Namen zu machen.

Auch Mathis Vogel gehört zum Schlag jener Journalisten, die durch Machen überzeugen, nicht durch Jammern. Mathis schreibt u.a. für die SZ, Die Zeit, und Bild.de. Zusammen mit Henrik Schütt und Jasper Fabian Wenzel hat er die Reportage-Plattform Weeklys.eu aus der Taufe gehoben, eine Seite, die einmal pro Woche eine längere Reportage anbietet – als Abo oder ab heute auch einzeln via LaterPay.

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Two is a crowd and three is a party

Dass gleich zwei so fantastische Kollegen, sozusagen als Beta-Tester Nr. 2 und 3, LaterPay in ihre Seiten integrieren, ist ein wichtiger Moment für mich. Was Karsten, Mathis und ich teilen, ist die Überzeugung, dass man Lösungen nicht herbeireden kann, sondern dass man auch bereit sein muss, Dinge einfach mal auszuprobieren statt immer nur schlau daher zu reden.

Es kostet Überwindung, mit einer neuen Idee aus der Deckung zu gehen und zu riskieren, falsch zu liegen – von den Kollegen evtl. sogar belächelt zu werden. Als ich mich dazu entschloss, an LaterPay aktiv mitzuarbeiten*, hatte auch ich zunächst Sorge,  meinen Kritikern damit eine neue Angriffsfläche zu bieten.

Zum Glück wird LaterPay unglaublich positiv aufgenommen. Die Conversion-Rate meiner ersten Test-Artikel kann sich mehr als sehen lassen (s. Blogpost Kassensturz). Hunderte Interessenten, vom Blogger bis Großverlag haben sich bei LaterPay gemeldet. Der public Launch des WordPress-Plugins steht kurz bevor.

Die nächsten Schritte

LaterPay wird in den nächsten Wochen damit beginnen, weitere Content-Anbieter freizuschalten, die Aufschaltfrequenz wird sukzessive erhöht. „Eine Bewegung braucht Zeit“, mahnt mich Cosmin, einer der beiden Gründer von LaterPay, gerne. Wer sich bis zum offiziellen Launch des WordPress-Plugins schon einmal über LaterPay informieren möchte, kann das auf dieser Seite tun.

Heute freue ich mich, mit Karsten und Mathis zwei weitere Wegbegleiter gefunden zu haben auf dem Weg in eine noch ungewisse, aber aufregende Zukunft.

 

Seit Ende letzten Jahres habe ich damit begonnen, das Münchner Start-up zu beraten. Für den damit verbundenen Zeitaufwand werde ich von LaterPay bezahlt. Ich hoffe ja, bald wieder allein von meinen Artikeln leben zu können. Wer weiß, vielleicht kann LaterPay eines Tages zumindest einen Teil dazu beitragen?

 
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10 Kommentare
  1. Pascal schreibt:

    Weitere Inhaltsanbieter wären dringend nötig. Allein mit gutjahr.biz erreiche ich bei weitem nicht eine Rechnungssumme von €5,-. Ich wage gar zu behaupten, dass ich alle LaterPay-Artikel hier kaufen könnte und die €5,- dennoch nicht erreichen würde. ;)

    Darüber hinaus ist mir ein Problem aufgefallen, das sicherlich schon bekannt ist und in Kauf genommen wird: Ich kann Artikel ohne LaterPay-Konto kaufen/freischalten, mir durchlesen und ausdrucken, Cookies von laterpay.net löschen und stehe wieder bei 0€. Vermutlich kann man als Inhaltsanbieter bei jedem Artikel selbst entscheiden, ob das gewünscht/möglich ist?

    • Richard schreibt:

      Hallo Pascal. Ja, wir sind noch in einer Testphase, wo das möglich ist. Sobald das System „scharf“ geschaltet wird, wird es deutlich schwieriger werden, das System zu überlisten. Fakt aber ist: Jedes System lässt sich überlisten. Dazu auch der folgende Hinweis von LaterPay: https://laterpay.zendesk.com/hc/de/articles/201894287-Kann-LaterPay-umgangen-werden- Und ja: Bald werden noch viel mehr Seiten an den Start gehen, so dass die 5 Euro erreicht werden und dann auch ich mein Geld bekomme! ;-)

  2. Uli schreibt:

    Vielleicht bin ich der einzige, aber ich war schon etwas enttäuscht bzw. überrascht, dass bei deinem neuen Projekt den „Krautreportern“ Laterpay anscheinend überhaupt nicht zur Diskussion stand. Stattdessen setzt man dort auf reine „Vorkasse“ und Zusatzcontent nur für zahlende Abonnenten mit monatlicher Gebühr. Auch hat gefühlt niemand der anderen Krautreporter wie Stefan Niggemeier oder Peer Schader das System mal irgendwo öffentlich erwähnt (ich lasse mich gerne korrigieren) oder gar testweise für das eigene Blog übernommen.

    Für mich konterkariert der Erfolg der Krautreporter gerade irgendwie das System Laterpay. 28 Journalisten, wenn man so will eine „Elite“, die sich über die Zukunft des Onlinejournalismus Gedanken machen, entscheiden sich am Ende für ein Crowdfunding über Vorkasse, weil andere Lösungen anscheinend nicht praktikabel sind. Dazu gehört neben Werbung, Flattr und Co. halt leider auch Laterpay.

    • Richard schreibt:

      Langsam – wer sagt denn, dass nur eine Lösung die „Richtige“ ist? Wir experimentieren mit neuen Bezahlmethoden und wollen testen, welche Wege für welche Inhalte in Frage kommen. LaterPay ist ein weiterer Weg für alle diejenigen User, die nicht gleich ein Abo abschließen wollen. Das Eine schließt das Andere doch nicht aus! Ich freue mich ab Herbst, BEIDE Methoden testen zu dürfen und nach einem Jahr zu sehen, was für MEINE Texte etc. am besten geeignet ist. Macht doch Sinn, oder?

      • Uli schreibt:

        Ich habe halt meine Zweifel, dass sich dauerhaft mehr als 2-3 Systeme durchsetzen werden. Es gibt bereits die klassische Werbefinanzierung in zig Ausprägungen, dazu Flattr als etabliertes System und jetzt noch crowdbasierte Vorkasse (oder wie man das nennen mag). Wenn Laterpay die fünfte Lösung für das gleiche Problem ist, wird es schwierig eine kritische Masse zu erreichen und genau die ist halt notwendig, wenn es kein Nischenprodukt sein soll (dessen Probleme Pascal schon angesprochen hat).

        Die Bezahlmethode der Krautreporter ist für mich aber auch kein „Experiment“, sondern eine Art von Kapitulation vor den bestehenden Monetarisierungsmethoden. Anstatt Content zu produzieren und diesen dann irgendwie zu monetarisieren, müssen die Leser komlett in Vorleistung gehen, weil alle anderen Modell nicht tragfähig erscheinen. Das hat jetzt einmal gut geklappt, aber eine dauerhafte Lösung sieht für mich anders aus. Ich finde es schade, dass dort offensichtlich niemand an System wie Flattr oder Laterpay glaubt.

    • Richard schreibt:

      Warum konterkariert das eine System das andere? Ist es nicht umgekehrt sogar ein tolles Angebot, wenn man den Lesern die Wahl lässt, à la carte zu bezahlen oder im Abo? Krautreporter ist EIN Produkt, hinter dem EINE bestimmte Philosophie steht. Mit LaterPay dagegen kannst Du querbeet lesen, ohne Dich gleich mit größeren Summen committen zu müssen. Ich fine beide Ansätze – jedes für sich auf seine Art – grandios! Deshalb unterstütze ich auch beide Projekte so gut ich nur kann mit meinen Ideen und meinen Geschichten.

Willkommen!