Eine Welt, in der Computer unsere Autos steuern, unsere Wohnungen und Kraftwerke überwachen, ist keine Zukunftsmusik mehr. Wir leben in einer Welt am Vorabend der technologischen Singularität.

 

In diesem Frühjahr ist etwas Außergewöhnliches passiert. Ein Computer hat den menschlichen Meister im Strategiespiel „Go“ besiegt. Go galt als letzte Bastion der menschlichen Intelligenz. Das Brettspiel ist derart komplex, dass es nicht allein durch Rechenleistung, sondern vor allem durch Intuition gewonnen werden kann – dachte man.

Staunen Sie mit mir über eine Welt, in der schon bald Computer das Steuerrad unserer Autos übernehmen werden. Eine Welt, in der Computer die bestmögliche Auslastung unserer Fabriken und Kraftwerke überwachen werden. Eine Welt am Vorabend der technologischen Singularität.

Singularität, das ist der Moment, wenn Maschinen sich selbst verbessern und dadurch den technischen Fortschritt dermaßen rasant beschleunigen, so dass nicht einmal der klügste Gelehrte in der Lage ist, vorherzusehen, was danach kommt.

Ein Labor, in dem die künstliche Intelligenz erwachen könnte, steht in Mountain View, Kalifornien. Hier hat Google AlphaGo entwickelt – der Rechner, der uns Menschen im Go-Spiel bezwungen hat. Auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz hat der Internetkonzern gerade demonstriert, woran in der Konzernzentrale noch so gearbeitet wird. Zum Beispiel an einem Betriebssystem, das nur noch durch Sprache gesteuert wird.

Vor zwei Wochen hat meine Kollegin Ulrike Langer an dieser Stelle beschrieben, wie uns digitale Assistenten immer mehr auf die Pelle rücken. Computer, die uns Tag und Nacht belauschen, sei es über das Smartphone oder ein separates Gerät. Sie lernen uns kennen und sind dadurch in der Lage, uns immer besser zu bedienen. Ob Pizza-, Blumen-Lieferungen oder Flugbuchungen auf Zuruf, das alles ist heute schon kein Problem.

Ein Start-up aus San José hat jüngst mit einem neuartigen Programm für Aufsehen gesorgt. Auf den ersten Blick gleicht „Viv“ Assistenten wie Alexa von Amazon oder Siri von Apple. Der Unterschied: Viv ist in der Lage, phentermine 37.5 sich selbst zu programmieren. Es folgt keinem vorgegebenen Lösungsweg, sondern zerlegt eine menschliche Frage in ihre Einzelteile und überlegt eigenständig, wie es am klügsten vorgeht, um die Frage bestmöglich zu beantworten.

Maschinen, die uns nicht nur im Brettspiel schlagen, sondern bald auch in anderen Bereichen des Lebens. Zukunftsmusik? Tatsächlich musste der prognostizierte Zeitpunkt der Singularität schon mehrfach um Jahrzehnte verschoben werden. Der Moment, wenn sie tatsächlich eintritt, wird uns Menschen kalt erwischen.

 

(zuerst erschienen in Total Digital in der )

 
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8 Kommentare
  1. Moritz Meisel schreibt:

    Hallo, hier eine Veranstaltung zur technischen Singularität am Mittwoch in München:
    http://creative-engagement.de/programm/die-technische-singularitaet-und-die-zukunft-der-menschheit

  2. Tom schreibt:

    Oder es ist Hype und Unverständnis?
    Werden die Maschinen tatsächlich immer intelligenter oder aber gewöhnen wir uns so stark an die Dummheit der Maschinen, dass wir schon zur Dummheit konditioniert werden weil die Maschinen eben langfristig gesehen immer scheiter(te)n? Wer mit Apple oder Googles Assistenten redet, begibt sich auf eine Ebene der Dummheit: Dort angelangt funktioniert das natürlich prächtig. Auch Marketing kann man damit machen, aber in der Realität erkennt Google bis heute 3/4 meiner Fotos komplett falsch und liefert mir in einer Kleinstadt weder Adressen unserer beiden Dönerbuden oder alle 3 Pizzerien. Gerade die Pizzerien gibt es seit über 20 Jahren, die kennt jedes Kind, nur Google kennt nicht alle 3 und man kann auch nur anrufen um zu bestellen und nur 2 haben eine Webseite – kein Lieferheld oder sowas. Hier auch nur annäherend von intelligent und problemlos zu sprechen in Sachen Pizzabestellung entberht jeder Grundlage, eine total triviale Aufgabe, die jedes Kind lösen kann, funktioniert trotz Multimilliarden Dollar cloudbasierter Intelligenz nicht.
    Einzelne Anwendungen beherrschen Maschinen teilweise gut. Go oder Schach. Wobei ein Mensch mit 2-3 normalen Laptops in Kombination einem Superrechner meist überlegen ist. Auch in der Medizin haben Maschinen sekundenschnellen Zugriff auf aktuelles Wissen, das sich ein normaler Arzt mit 20 Stunden lesen am Tag nicht aneignen könnte, aber Gefühle wie Angst und Trauer erkennen sie trotzdem nicht. Auch hier ist die Kombination die besserre Alternative. Schaut man sich allerdings in Arztpraxen um, dann ist der PC der bessere Aktenordner, erstzt ein paar Bücher oder berechnet triviale Mathematik/Physik wenn es um digitale Untersuchungsmöglichkeiten/-darstellungen geht.
    Ich empfehle da Jaron Lanier zu lesen wenn das Thema interessiert. Da geht es um die Definition von Intelligenz und Singularität. Man muss sich nur vorstellen Außerirdische besuchen uns. Fraglich ob sie uns als intelligent ansehen würden… aber kann man sich sicher sein, dass die den Unterschied zwischen einem Toaster und einem PC erkennen? Wir degradieren uns Menschen und unsere Intelligenz selbst.
    Nebeneffekt von Jarion Lanier Literatur: Der aktuelle VR Hype wird als das erkannt was er ist: Ein Hype. Schließlich hat er diesen Begriff geprägt und forscht daran seit Jahrzehnten.
    Im Valley scheint es hip zu sein in die Singularität zu investieren, v.a. wenn ich mich nicht irre in die Arbeiten von Ray Kurzweil, der bei Google forscht – Vorreiter im Transhumanismus. Es gehört zum guten Ton seine Forschung zu finanzieren! Ist auch klar, was will man als Mutlimilliardär mit all seinem Geld machen wenn man nur begrenzte Lebenszeit hat (ausgenommen Bill Gates)? Nach Kurzweils Vision bis 2045 leben, dann das Universum mit seiner Intelligenz beglücken in Form von dem was man auch immer sein wollte.
    Wer ist Kurzweil überhaupt? Ein Typ, der sich täglich mehrere hundert Pillen reinpfeift, sich mehrmals pro Woche Infusionen gibt und dadaurch bis 2045 leben will – dann wäre er knapp 100 – um dann in die Singularität überzugehen. Das ist der feuchte Traum des Silicon Valleys, der wird sicherlich nicht durch eine neue App vorzeitig stattfinden.
    Was wir sehen ist Marketing, dadurch Daten sammeln, dadurch Geld generieren, dadurch Forschung, die sich wieder vermarkten lässt.
    Ich halte ja viel von jemanden wie Ihnen, schließlich wird ihr Wort von vielen gehört. Ob eine Maschine den Text besser geschrieben hätte? Mag sein, aber eine Maschine wäre es mir nicht wert Denkanstöße oder Tipps zu geben. Die hat weder Charakter noch Bewusstsein, noch empfindet sie Dank oder Wut.

    • Hundshop schreibt:

      Hut ab, Tom! Eine nüchterne Zusammenfassung unter all dem technikgläubigen Gefasel. Tut gut, so was zu lesen. Es ist höchste Zeit, künstliche Intelligenz von einem Thron zu stoßen, der ihr (noch lange) nicht gebührt. Eine Go spielende Wundermaschine ist eine Maschine, die gut Go spielt und sonst nichts.

Willkommen!