Nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica haben sich US-Behörden und Facebook haben auf einen Vergleich geeinigt: 5 Milliarden US-Dollar und die Sache ist vom Tisch. Derweil feiert der Konzern erneut astronomischen Quartalszahlen.


Da scheint Facebook noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. Fünf Milliarden US-Dollar soll der Konzern für die Weitergabe der Daten von 87 Millionen Nutzern zahlen. Fünf Milliarden Dollar – soviel Umsatz macht der blaue Riese in einem Monat. Tatsächlich hatte der Konzern das Geld bereits zur Seite gelegt. Die Anleger jubelten über diesen Schachzug, auch wenn dadurch die Rekordbilanz der jüngsten Quartalszahlen leicht getrübt wurde. Die Botschaft an Wall Street wie an Washington ist klar: Facebook wird sich auch in Zukunft nur dann an Gesetze halten, wenn diese dem Netzwerk nutzen. Ansonsten kauft man sich eben frei. 


Die geplanten Regulierungen in Europa und in den USA könnten ausgerechnet Facebook in die Hände spielen. Strengere Auflagen machen es vor allem Wettbewerbern und Neugründungen schwer, einen Fuß in die Tür zu bekommen, Marktanteile zu gewinnen. Facebook hingegen, das mit Whatsapp und Instagram über ein Quasi-Monopol bei den Sozialen Netzwerken verfügt, kann jeder neuen Auflage entspannt entgegenblicken. Der Firmenchef wirbt neuerdings sogar persönlich für mehr Regulierung. 


Denn im Hauptquartier gibt es bereits einen Masterplan. Als Mark Zuckerberg kürzlich auf der jährlichen Facebook-Konferenz verkündete, die Zukunft sei privat, lachten noch viele Entwickler und Journalisten im Publikum. Was sich keiner vorstellen konnte: Der Facebook-CEO meinte es todernst. Seit geraumer Zeit ist der Konzern dabei, die Datenbanken seiner drei Messenger-Netzwerke zusammenzuführen und zu verschlüsseln. Sprich: Nicht einmal Facebook wird in Zukunft noch wissen, welche Inhalte in seinem Netzwerk diskutiert werden.


Der Plan ist so teuflisch wie genial: Wer nicht weiß, was auf seiner Plattform geschieht, hat auch keine Pflicht, sich um die Inhalte zu kümmern. Hassprediger, Nazi-Gruppierungen und all die Probleme, mit denen Facebook, YouTube und Twitter aktuell zu kämpfen haben, würden sich in verschlüsselte Chatgruppen und andere Dunkelkammern des Webs verlagern. Eine Handhabe dagegen gibt es nicht. Und wenn, so wäre das nicht länger das Problem von Facebook. 

 
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