Ab dem 1. Januar gibt es keine Ausreden mehr – die Haushaltsabgabe ist da. Jeder Deutsche wird zur Kasse gebeten – egal, ob man einen Fernseher/Radiogerät besitzt oder nicht. Ist das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem noch zeitgemäß?

Als freier Mitarbeiter einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt komme ich mit vielen spannenden Menschen in Kontakt: mit Ministern und Ministerpräsidenten, mit Bischöfen und Kardinälen, mit Gewerkschaftsführern und Arbeitgeberpräsidenten. Aber nichts ist spannender, als sich mit “normalen” Menschen zu unterhalten, mit Menschen, die nicht im Scheinwerferlicht arbeiten, Menschen wie Du – aber eben nicht wie ich.

Dabei stellt man schnell fest, dass nicht nur die Tageszeitung in den vergangenen Jahren als Informationsmedium an Bedeutung verloren hat. Auch das “Leitmedium” Fernsehen steht an der Schwelle einer gewaltigen Umwälzung: “Ich schau eigentlich kaum noc…

Ab dem 1. Januar gibt es keine Ausreden mehr – die Haushaltsabgabe ist da. Jeder Deutsche wird zur Kasse gebeten – egal, ob man einen Fernseher/Radiogerät besitzt oder nicht. Ist das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem noch zeitgemäß?Als freier Mitarbeiter einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt komme ich mit vielen spannenden Menschen in Kontakt: mit Ministern und Ministerpräsidenten, mit Bischöfen und Kardinälen, mit Gewerkschaftsführern und Arbeitgeberpräsidenten. Aber nichts ist spannender, als sich mit “normalen” Menschen zu unterhalten, mit Menschen, die nicht im Scheinwerferlicht arbeiten, Menschen wie Du – aber eben nicht wie ich.
Dabei stellt man schnell fest, dass nicht nur die Tageszeitung in den vergangenen Jahren als Informationsmedium an Bedeutung verloren hat. Auch das “Leitmedium” Fernsehen steht an der Schwelle einer gewaltigen Umwälzung: “Ich schau eigentlich kaum noch fern” sagen vor allem jüngere Menschen, oder auch: “Ich habe gar keinen Fernseher mehr”. Die oft strapazierte Redewendung “Wenn etwas wichtig ist, wird es mich schon finden” ist bereits Realität.
Gewaltige Umwälzungen
Wer immer noch glaubt, der Medienwandel macht vor dem Fernsehen halt, der wird schon bald sein lachsrosa Wunder erleben. Die steigende TV-Nutzung in Deutschland ist heute überwiegend der Demographie geschuldet. Betrachtet man das Medienverhalten der jüngeren Generationen (mit “jünger” sind Zuschauer unterhalb des öffentlich-rechtlichen Senderdurchschnitts vo…
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37 Kommentare
  1. Christoph schreibt:

    Habe seit acht Jahren (oder seit meinem 28. Geburtstag) keinen Fernseher mehr. Sehe ab und an bei Dienstreisen im Hotel fern, aber auch das nimmt stark ab. Weder die öffentlichen, noch die privaten Programme wecken irgendwie die Lust, mir privat wieder einen Fernseher hinzustellen und den dann auch noch zu benutzen.
    Ich informiere mich vollständig übers Web, auf die vorbestimmten Einwegmedien habe ich keine Lust.

    Gruß
    Christoph

  2. Sascha M. R. schreibt:

    Toll geschrieben!
    Die Frage ist, was man will und zu welchem Kreis man sich zählt. Ältere Menschen, die Internet und andere neue Medien nicht nutzen, sind sicherlich mehr auf TV und Radio angewiesen, als wir Jüngeren. Diese Gruppe erwartet zu Recht ein gutes und abwechslungsreiches Programm. Das haben wir aber schon lange nicht mehr! Der jüngste Verfall vom Klassiker “Wetten, dass” zeigt es sehr deutlich: Erwartungen, die nicht erfüllt werden!
    Zum Fernsehen/Radio der Zukunft gehören für mich neue Ideen und neue Formate, die zeitgemäß sind und die die Menschen mitnehmen.
    Die nächste Frage ist, ob das jetzige System gerecht ist: Warum soll pauschal für etwas gezahlt werden, was möglicherweise gar nicht in Anspruch genommen wird? Ich schaue z.B., wenn es hoch kommt, vielleicht 2 Stunden im Jahr mal TV. Als Alternative nutze ich das Internet, wofür ich gerne auch bereit bin, zu zahlen.
    Sicherlich ist das, was hinter den Kulissen bis hin zum Abschluss einer Sendung alles passiert, das Geld wert. Da sind unzählige Mitarbeiter, die manchmal monatelang ihre Arbeitskraft weltweit einsetzen, damit am Tag X eine Sendung über den Schirm läuft. Die zahlen wir mit unseren Gebühren natürlich zurecht mit. Wer die Abläufe samt Kosten kennt, wird mir da sicherlich zustimmen.
    Fazit: Gebühren müssen sein! Sie sollten gerechter verteilt und in deren Höhe nicht pauschal abgerechnet werden. Da muss ein anderes System her!

    • Richard schreibt:

      Was Deinen TV-Konsum betrachtet, geht es mir ähnlich (ein bisschen öfter schaue ich schon) – aber das meiste davon suche ich mir mittlerweile aus dem Netz. Zum System: es muss eben bezahlbar bleiben, und wenn nicht alle dabei sind, wird es ganz schnell ziemlich teuer für den Einzelnen. Ein bisschen wie eine “Info-Krankenversicherung”. ;-)

Willkommen!