Das WeTab kommt. Jetzt echt. Ab 20. September soll es über Amazon und Media Markt ausgeliefert werden. Eine Woche vor dem offiziellen Verkaufsstart hatte ich Gelegenheit, das fertige Gerät auszuprobieren. Mein Urteil? Wer sich das WeTab zuschicken lässt, sollte den Original-Karton lieber mal aufbewahren.

Vorbemerkung (bitte lesen) Ich bin das, was man einen Apple Fanboy nennt. Wenn ich hier nun über meine (mittlerweile dritte) Begegnung mit dem WeTab berichte, vergesst bitte nicht, wer hier schreibt.

Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön an Björn Czieslik und den Computerclub der AUGE e.V., die mich auf diese exklusive Preview aufmerksam gemacht haben. Die Tatsache, dass Tore Meyer, Geschäftsführer der 4tiitoo AG, Teil der WeTab GmbH, sich die Zeit genommen hat, das Gerät im Rahmen eines traditionsreichen Computer-Stammtischs vorzustellen, ist überaus charmant und spricht für das junge Unternehmen.

Leider war das dann auch schon alles positive, worüber ich berichten kann. Das WeTab selbst ist kein Hit.

Die Hardware

Das Gerät ist schwer, deutlich schwerer als das iPad. Schuld ist das größere Display. Am Akku kann es jedenfalls nicht liegen, denn der hält mit 5-6 Stunden (laut Hersteller) deutlich kürzer als das Referenzobjekt aus Cupertino. Das Display selbst ist hell, scharf und äußerst kontrastreich, verliert aber gegenüber dem iPad, sobald man es leicht kippt. Fotos und Filme sehen auf dem WeTab sehr gut aus. Das schwarze Gummi-Gehäuse ist praktisch, wirkt aber bei weitem nicht so hochwertig wie das iPad oder auch das Samsung Galaxy. Anschlüsse und Slots sind bekannt, ebenso die eingebaute Kamera, die dem iPad (noch) fehlt.

Die Software

Ein großer Vorteil gegenüber Apple sei die Offenheit des WeTab-Betriebssystems, sagt Meyer. Man habe bewusst auf die Linux-basierte MeeGo-Oberfläche gesetzt. Android könne emuliert werden. Für Tech-Freunde sicherlich ein Killer-Kriterium, für den einfachen Verbraucher nicht zwingend ein Vorteil. Denn weder MeeGo noch Android wurden für Tablet-PCs entwickelt. Das vorinstallierte Open Office ist nicht touch-optimiert – sprich: Millimeter genaues Navigieren mit der Fingerkuppe. in den winzigen Menüs macht hier nicht wirklich Spaß.

Das Handling

Nennt mich pedantisch, aber auch das Wischen, Scrollen und Touchen auf der Bildschirmoberfläche kommt an das Original nicht heran. Mal reagiert das Gerät verzögert, mal überhaupt nicht, mal beginnen die Bilder beim Swipen eigenartig zu Zittern (siehe Video oben). Die Muti-Touch-Funktion, also das Vergrößern eines Bildes durch Spreizen der Finger, funktionierte auf dem von mir benutzten Referenz-WeTab überhaupt nicht. Ein Software-Fehler, der auf den Verkaufsgeräten dann (ist ja noch eine ganze Woche hin!) behoben sein soll.

Persönliches Fazit

So sehr ich den Machern und einem Hightech-Produkt „made in Germany“ den Erfolg wünsche, allein, ich kann es mir nicht vorstellen. Das Gerät, das ich heute in Händen hielt, wirkt alles andere als ausgereift. Weder die Hardware, noch die unübersichtliche Oberfläche . haben mich überzeugt. Auch die vielfach angepriesene – ach so offene Software ist nicht touch-optimiert. Was soll das? . Ich bin gespannt, wieviele Kunden der ersten Stunde ihr Gerät wieder zurückschicken werden.

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Eure Meinung: Ist das WeTab eine Alternative zum iPad?

 
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57 Kommentare
  1. doc|dk schreibt:

    schön viel herausgeholt aus dem wenigen Videomaterial. Das WeTab wirkt auf mich wie ein Notebook, dem man die Tastatur geklaut hat. Die kleinen Fensterchen und die Bedienung hinterlassen wirklich keinen Eindruck ausgefeilter Ergonomie. Bin gespannt wie oder ob es einschlägt am deutschen Markt. Ich zweifel noch mit Dir.

  2. […] weiterführenden Lektüre empfehle ich gleich noch den taufrischen Blogpost “Habemus WeTab!” von Richard Gutjahr mit einem interessanten Hands-on-Video von gestern […]

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