Hurra, hurra, re:publica! 3000 Blogger auf einem Haufen. Viele Deutsche haben noch nie einen Blogger in freier Wildbahn gesehen. Aus der Rubrik „G!-Hilfe“ hier eine kurze Begriffsklärung.

Der Web-Logger, kurz „Blogger“ [blÉ”ggr], ist ein in im Internet beheimatetes Wesen, das ein meist öffentlich einsehbares Tagebuch führt und dort gesellschaftlich relevante Fragen diskutiert (>“das-oder-der-Blog„-Debatte) oder persönliche Gedanken protokolliert (>Narzissmus). Blogger sind im Real Life (>Leben) selten anzutreffen, da sie – selbst bei strahlendem Sonnenschein – zuhause vor ihrem Laptop sitzen. Alternativ kann man sie dabei beobachten, wie sie sich in einem Starbucks-Café

(>Product Placement) um die einzige öffentlich zugängliche Steckdose duellieren (>Darwin).

Im internationalen Vergleich gilt die deutsche Blogosphere (>Sauerstoffmangel) mit wenigen hunderttausend aktiven Blogs als unterentwickelt (>FDP). Studien belegen, dass mehr Frauen als Männer bloggen. Die reichweitenstärksten Blogs werden jedoch von Männern geführt (>DAX-Vorstände). Während männliche Blogger überwiegend politische Themen abdecken (>Schalke04), schreiben weibliche Blogger gerne über ihre privaten Gefühle (>Manolo Blahnik).

Einmal jährlich trifft sich die deutsche Blogger-Elite (>Tautologie) auf der re:publica in Berlin, mit rund 3000 Teilnehmern eines der größten Blogger-Events Europas. In zahllosen Vorträgen und Panels debattieren sie existentielle Fragen wie: Wer sind wir? Woher kommen wir? Und: Wohin gehen wir heute Abend, um zu saufen? Daneben geht es auch um die Macht der Blogger (>Megalomanie), die aktuelle Troll-Forschung (>Lobomanie), sowie die Frage, wie man in Sozialen Netzwerken Geld verdienen kann (>Melancholie).

Das Überleben der Blogger in Deutschland wird davon abhängen, ob es der Szene gelingt, eine bedeutendere Rolle auch in der politischen Debatte (>Offline-Habitat) zu spielen. Dazu haben die Organisatoren zum Auftakt der Konferenz die „Digitale Gesellschaft“ ausgerufen. Wie „Greenpeace für das Internet“ will sich die Interessensgemeinschaft in Berlin für die Belange der Blogger, Twitter-Fail-Wale und andere bedrohte Spezies einsetzen. Geld- und Schlauchboot-Spenden (>Spreeblick) immer gerne willkommen.

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13 Kommentare
  1. Wella schreibt:

    Schöner Beitrag Herr Gutjahr ;) Sehr gut zusammengefaßt worum es hier wirklich geht. Ich bin gespannt was heute noch Auf der Republica abgeht!

    • Richard Gutjahr schreibt:

      @Wella Dankeschön. Ich bin auch gespannt. Tolle Atmo aber – freu mich sehr, hier zu sein!

  2. Klaus Minhardt schreibt:

    Klasse Wiki! Es fehlte nur noch der Hinweis, dass bei der „Digitalen Gesellschaft“ die Teilhabe in Form einer Mitgliedschaft nur für Sponsoren möglich ist und sich sich damit selbst wieder auf das Niveau des sonnenlichtscheuen Nerds mit der bekannten geldsuchenden Melancholie bringt. Schade eigentlich!

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