Viel ist geredet worden über das Fernsehen der Zukunft, über Social TV und den Second Screen. Doch was bedeutet das alles in der Praxis? Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden.

Web und TV – das Beste aus beiden Welten

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine grosse Klappe habe. Wer mich wirklich gut kennt, weiß aber auch, dass ich es selten dabei belasse. Der Bayerische Rundfunk hat mir ein ungewöhnliches Angebot gemacht und ich habe zugegriffen. Der Auftrag lautet: Entwickeln Sie ein Format, das die Vorzüge des Webs mit denen des Fernsehens verbindet.

Seit Juli 2011 habe ich unzählige Formate gesichtet, mich mit Experten aus der Netz- und der TV-Gemeinde (ha!) unterhalten. Hunderte Ideen haben wir im Team zusammengetragen und wieder verworfen. Was übrig geblieben ist, fließt in die rundshow, ein Late-Night-Format, das wir ab dem 14. Mai 4 Wochen lang im Web und im linearen Fernsehen testen wollen.

Julian und das Team entwerfen den Schaltplan für das Regiepult

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Neue Kommunikationswege

Bei der rundshow geht es weniger um eine neue „Sendung“ (Das Wort gilt bei uns im Team als verpönt), als vielmehr darum, unserem härtesten Kritiker gegenüber zu treten: dem Zuschauer. Gerade das Fernsehen mit seinem Perfektionswahn lässt wenig Raum für Spontanität und echte Nähe. Ich verrate hier sicher nichts neues, wenn ich sage, dass vieles von dem, was auf dem Schirm so beiläufig daherkommt, in Wirklichkeit bis ins kleinste Detail inszeniert und geplant ist.

Professionell betrachtet geht es bei diesem Projekt für uns Fernsehleute darum, Erfahrung mit neuen Kommunikationswegen zu sammeln. Gerade im Hinblick auf das Superwahljahr 2013 kann es nicht schaden, neue Kanäle und Formen von Zuschauerbeteiligung zu erproben. Von Transparenz und mehr Mitbestimmung zu reden, ist das eine, diese umzusetzen und in die eigenen Programme zu integrieren, das andere. Hier können wir Fernsehschaffende sicherlich noch nachbessern.

Waffengleichheit

Das bedeutet aber auch: Wenn nicht mehr wir, die Fernsehprofis (dazu zähle ich übrigens auch die Politiker, Funktionäre und Experten), zwingend das letzte Wort haben, wenn wir akzeptieren, dass das Publikum ein ernst zu nehmender Teil des Programms ist und nicht mehr länger nur „Klatschvieh“, dann müssen wir für mehr „Waffengleichheit“ sorgen und darauf achten, dass die Zuschauer auch wirklich ausgiebig zu Wort kommen.

Dazu haben wir viele Möglichkeiten geschaffen: eine App („Die Macht“ – der Name ist Programm), eine ganztägige Bespielung zahlreicher Diskussionsplattformen (Facebook, Twitter, Google+), die Teilnahme an der täglichen Redaktionskonferenz sowie an der TV-Show (per Google-Hangout) sowie die Fortführung der Liveshow auch NACH Ende der Übertragung im TV.

Mein Arbeitsplatz für die nächsten Wochen im Container

Worum es in der täglichen Live-Show gehen wird und auf wen Ihr Euch in diesen 4 Wochen freuen könnt, dazu mehr in unserem rundshow Blog, wo wir Euch von nun an täglich über den aktuellen Stand der Vorbereitungen informieren werden. Es kann nicht schaden, uns auch bei Facebook und Twitter zu folgen. Hier werden wir Gäste, Hangouts und alle kurzfristigen Infos bekannt geben. Und natürlich könnt Ihr uns auf allen Wegen Löcher in den Blog fragen. Ich freue mich auf Euch. Und um ehrlich zu sein: Ein bisschen Schiss habe ich auch. Aber das gehört wohl dazu.

 

 

Die rundshow im TV:
14. Mai – 7. Juni, Montag bis Donnerstag, ab 23:15 Uhr
rundshow das Blog
rundshow bei Facebook
rundshow bei Twitter

Eure Ideen, Wünsche und Gedanken zum Fernsehen und zu unserem Projekt?

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28 Kommentare
  1. Helmi schreibt:

    Seeeehr interessantes Projekt, aber „Rundshow“ ringt mir schon ne Menge „ok, ist ja nur der Name“ ab. Puuuuh ;-)

    • Richard schreibt:

      Solang’s das nur ist ;-) Danke für das Feedback.

      • Helmi schreibt:

        gerne – das erste was mir übrigens bei dem Namen in den Sinn kam: „For you – vor Ort“ #ouch

        • Richard schreibt:

          Wenn’s schiefgeht gründe ich eine Auffanggesellschaft.

  2. Inselblog schreibt:

    Ich bin richtig gespannt auf die Sendung.

    • Richard schreibt:

      Und ich erst ;-) Danke!

Willkommen!