Neu im G! Blog: Der Contributions-Button. Damit könnt Ihr Autor*innen mit nur wenigen Klicks für gute Texte belohnen. Ein Bezahlmodell, das nicht nur beim britischen Guardian gut ankommt.

Wer mich kennt, weiß, dass ich nie müde werde, Dinge auszuprobieren. Deshalb war ich von Anfang an dabei, als das Münchner Startup LaterPay ein besonders einfaches System zum Verkauf von digitalen Inhalten erst nach Deutschland und später auch als ganze Verlagslösung in die USA brachte.

Jetzt gibt es einen neuen Weg für gute Inhalte im Netz zu bezahlen – er nennt sich „Contributions“.

Der Button

 

Mit Contributions haben Leser die Möglichkeit, Autoren mit wenigen Klicks finanziell zu unterstützen – und das so einfach wie das Liken bei Facebook. Es handelt sich um einen Button am Ende eines Beitrags, der sich per Copy & Paste in jeden WordPress-Blog / in jedes Redaktions-CMS integrieren lässt.

Ein personalisiertes Kassenhaus per WhatsApp-Nachricht

Was diesen Button so besonders macht: Dahinter verbirgt sich ein komplettes Payment- und Abrechnungssystem. Mit ihm wird es dem Leser wie auch dem Content-Creator leicht gemacht, für digitale Inhalte zu zahlen. Ein personalisiertes Kassenhaus, das sich als Code-Snippet, sogar per WhatsApp-Nachricht verschicken lässt!

Der Button per WhatsApp

 

Der Clou: Autoren können sich damit sogar auf externen Seiten bezahlen lassen.

 

Ein Beispiel – drei Modelle

Wie das funktioniert, möchte ich am folgenden Beispiel erklären: Cosmin Ene, Gründer und CEO von LaterPay, hat für meinen Blog einen Blogpost geschrieben (siehe weiter unten). Er veröffentlicht ihn hier, auf meiner Seite als Gastbeitrag. Mit dem Button unter seinem Text können wir nun festlegen:

a) bekomme ich – der Seitenbetreiber – die Einnahmen

b) bekommt Cosmin – als Autor des Textes – die Einnahmen

oder

c) Cosmin und ich teilen uns die Einnahmen nach einem vorher festgelegten Schlüssel

Für alle Beteiligte eine Win-Win-Win-Situation:

  • Ich, der Seitenbetreiber, bekomme von Autoren tolle Inhalte
  • Die Autoren profitieren von meiner Reichweite
  • Die Leser können gute Inhalte schnell und einfach honorieren

Mit Contributions zum Abo

 

Mit dieser Shop-in-Shop-Lösung haben Kreative und Seitenbetreiber in Zukunft noch mehr Möglichkeiten, tolle Inhalte finanzieren zu lassen. Gleichzeitig werden Gratis-Leser Schritt für Schritt ermuntert, für gute Inhalte zu bezahlen.

Die klaffende Lücke zwischen Kostenlos-Angeboten auf der einen Seite und harten Paywalls auf der anderen Seite wird durch den Contributions-Button überbrückt, ohne, dass wertvolle Reichweite verloren geht! Ob New York Times oder Washington Post – alle Praxistests haben gezeigt, dass Leser, die zunächst kleinere Beträge für Inhalte im Netz bezahlt haben, eher bereit sind, auch ein langfristiges Abo abzuschließen.

Wie der britische Guardian mit seinem Contributions-Modell den Durchbruch schaffte, beschreibt Cosmin im folgenden Text. Der Button unter dem Text ist „scharf“* – probiert ihn doch mal aus!

(*Alle Spenden für diesen Artikel gehen an Reporter ohne Grenzen)

Reader Revenues leicht gemacht:

Profitieren Sie wie der britische Guardian von freiwilligen Beiträgen

Von Cosmin Ene

Anfang Mai verkündete das britische Traditionsmedium Guardian, dass es seinen ersten operativen Gewinn seit 1998 erzielt hat. 800.000 Pfund im Geschäftsjahr 2018/19. Vor drei Jahren war es noch ein Verlust von 57 Mio. Pfund. Das ist umso beeindruckender, weil die Publikation keinerlei Paywall errichtet. Stattdessen setzt der Guardian auf eine Kombination aus Abos in Premium-Qualität, Mitgliedschaften, digitaler Werbung und – ganz besonders – freiwilligen Nutzerbeiträgen, sogenannten Contributions.

In der digitalen Welt Geld zu verdienen wird für die Verlagsbranche immer schwieriger. Der Guardian konnte in vielen Geschäftszweigen wachsen, darunter Premium-Abonnements und digitale Werbung. Außerdem hat das Medium in den letzten drei Jahren drastisch Kosten reduziert.

Nichtsdestotrotz ist der Guardian vor allem auf Contributions, also auf die freiwillige finanzielle Unterstützung ihrer Leser angewiesen, eine noch wenig verbreitete Praxis. Jetzt, da das britische Medium schwarze Zahlen schreibt, werden sich allerdings einige mit der Monetarisierung hadernde Verlage den Weg des Guardians zum Erfolg mit digitalen Inhalten genauer anschauen. Konzentrieren wir uns auf die freiwilligen Leserbeiträge. 

Die Schönheit freiwilliger Unterstützungen

Contributions sind an sich kein neues Konzept. Neben dem Guardian experimentiert eine Handvoll Websites mit freiwilligen Zahlungsmodellen. Im deutschen Raum beispielsweise unterstützen Leser die Tageszeitung taz seit 2011 mit freiwilligen Beiträgen. Aline Lüllmann, Head of Digital Transformation bei der taz, sprach mit LaterPay-Gründer Cosmin Ene im vergangenen Jahr für einen Beitrag in der Adzine über die Erfahrungen der Tageszeitung mit Contributions:

Mit einem Touch bezahlen

„Was in jüngeren Jahren als neue Form der Finanzierung von Medienprojekten für Aufsehen gesorgt hat, ist bei der taz schon immer eine feste Größe: die Unterstützung durch die Crowd. Das Vertrauen, sich auf eine politische LeserInnenschaft stützen zu können, die mit Beteiligung und Engagement das Gesamtprojekt ermöglicht, hält die taz – MacherInnen und LeserInnen – im Innersten schon seit der Gründung zusammen. Deswegen kann unser Modell taz zahl ich, dessen Idee über den eigenen Browserrand und reines Kosten-Nutzen-Denken hinausguckt, funktionieren.“

Freiwillige Beiträge eröffnen Verlagen eine neue Einnahmequelle, ohne dabei bestehende Einnahmequellen zu gefährden. User können ein Medium unterstützen, wenn sie wollen, aber sie müssen nicht. Wer freiwillig zahlen möchte, will allerdings eines: Dass es so unterbrechungsfrei und einfach wie möglich ist. User sollten also nicht mehr Zeit mit der Registrierung oder Contribution verbringen, als mit dem Lesen des Artikels. Genau an diesem Punkt erleichtert das Pay-Later-Modell die Akquise zahlender Leser. Ein einfacher Button macht Contributions möglich, in jedem CMS. 

Der LaterPay Contributions Button ist eine besonders nutzerfreundliche Möglichkeit, finanzielle Unterstützung von Lesern zu erfragen und zu erhalten. Contributions sind schnell und einfach eingerichtet. Der Button-Generator von LaterPay stellt nur fünf einfache Fragen. Im Anschluss können Medien innerhalb weniger Minuten den benutzerdefinierten Button auf Ihrer Website installieren und ihre Leser zu Unterstützern wandeln. Er kann ihnen sogar die Wahl lassen, jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt zu bezahlen. 

Individuell anpassbar

Publisher – Inhalteanbieter im Allgemeinen – können auf zwei Arten Einnahmen erzielen: Entweder erstellen sie einen Button, der nach einem bestimmten Betrag (z.B. 1,50 Euro) für diesen bestimmten Artikel fragt. Oder sie bieten Lesern ein größeres Menü, das diese aus verschiedenen Summen auswählen oder auch eine eigene Summe eingeben lässt. Der zweite Ansatz eignet sich besonders um die Leser zu bitten, einen Beitrag zur gesamten Website zu leisten, anstatt für einen bestimmten Inhalt. Der Erfahrung des LaterPay-Teams nach sind Beiträge von bis zu 130 US-Dollar von einzelnen Usern möglich und zweistellige Beträge sogar häufiger, als man meint.

Contributions fördern User-Engagement

In den letzten zwölf Monaten konnte die Branche am Guardian beobachten, dass Contributions eine großartige Möglichkeit für Reader Revenues sind. Aber es gibt eine zusätzliche Besonderheit, die LaterPay-Publisher seit Einführung der Contributions bemerkt haben: Die freiwilligen Beiträge schüren tatsächlich die Nachfrage nach anderen Modellen, wie Abonnements. 

Das folgende Diagramm zur Nutzermigration versinnbildlicht, wie Contributions die User zu einer Reihe verschiedener Kaufoptionen führen. In diesem Beispiel ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Nutzer wiederholt freiwillig zahlt. Genauso wahrscheinlich ist es aber, dass er erst mit einem freiwilligen Beitrag vorfühlt und später einen Zeitpass oder ein Abonnement abschließt. Entscheidend ist: Benutzer, die an bereits einmal an einer Transaktion beteiligt waren, werden wahrscheinlich auch andere angebotene Transaktionen und Modelle ausprobieren. 

Quelle: LaterPay Business Intelligence, Beispiel für einen US-Publisher.

Zusammenfassend zeigt das Migrations-Chart: Eine beträchtliche Anzahl von Lesern wird zu Käufern von Beiträgen oder Zeitkarten (die sie später zahlen). Abonnements sind die Profiteure, sie gewinnen mehr dazu, als sie verlieren.

Das US-Medium Salon.com zum Beispiel hat Contributions auf seiner Website integriert und untersucht derzeit verschiedene weitere Formate. Auch Pueblo PULP implementierte den Contributions Button zusammen mit anderen Monetarisierungslösungen. John Rodriguez, Publisher bei The PULP, sagt: „Mit der unterbrechungsfreien Bezahllösung von LaterPay geben wir unseren Lesern die freie Wahl, wie sie uns für ihre PULP-Erfahrung bezahlen wollen. Sie wählen zwischen Jahres- und Monatsabos, Zeitpässen, Einzelartikelkäufen und Contributions und können genau die Option wählen, die am besten zu ihrer Art der Inhaltenutzung passt.

Die Resonanz ist beeindruckend. Wir erzielen mit den verschiedenen Lösungen schon jetzt mehr Umsatz mit den Bezahloptionen, als mit Ads.“ Unter dem Motto „The Last Local“ wählte die Publikation einen offenen, subtilen Ansatz, um Beiträge von ihren Lesern zu erbitten und so die Produktion von Qualitätsjournalismus zu lokalen Themen zu sichern, die die Leser tatsächlich interessieren. Basierend auf netzwerkweiten Daten von anderen LaterPay-Publishern gehen wir davon aus, dass etwa 16 Prozent der zahlenden Leser im Laufe der Zeit zu Abonnenten werden.

 
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4 Kommentare
  1. Henning Uhle schreibt:

    Hallo Richard,

    Ich darf doch „du“ und den Vornamen benutzen, oder?

    Ich finde Later Pay tatsächlich interessant. Die Frage ist allerdings, inwiefern irgendein Blogger damit Einnahmen machen würde.

    Ich habe seit Jahren PayPal auf meiner Seite. Unter jedem Artikel ist über Shariff der Button eingebunden. Rate mal, wie viel darüber rein kam. Antwort: 0,00€.

    Ich habe auch mit Flattr experimentiert. Das Ergebnis war das gleiche.

    Jetzt ist es nicht so, dass meine Artikel nicht gelesen werden oder für groben Unfug angesehen werden. Das bemerke ich an Resonanzen. Allerdings will niemand für Inhalte in Blogs bezahlen.

    Witzig ist, dass man als Blogger mit Werbeblockern zu kämpfen hat und für die Zählmarken der VG Wort beschimpft wird.

    Ich würde gerne Later Pay ausprobieren. Ich habe aber das Gefühl, dass das ein ähnlicher Reinfall wird. Oder mache ich eventuell grundsätzlich etwas falsch?

    Viele Grüße
    Henning

    • Richard schreibt:

      Kann ich verstehen. Ich experimentiere lange mit Laterpay und habe festgestellt, dass die Frequenz (aber natürlich auch die Inhalte selbst) entscheidend sind. Zu Spitzenzeiten habe ich 80-120 Euro pro Text gemacht. Nicht die Welt, aber ein Anfang. Und langfristig ein Schritt hin zum bezahlten Abo. Zumindest für diejenigen, die aus kommerziellen Gründen bloggen oder publizieren.

      • Henning Uhle schreibt:

        Hhm, ich habe durch Zufall mitbekommen, dass du geantwortet hast.

        Na klar, bei allem Zinnober über Tricks zur Platzierung von sonst was kommt es immer auf die Inhalte an. Die Einnahmen sind in etwa die Hälfte von dem, was mir die VG Wort einbringt. Also so wenig ist es dann doch nicht pro Text. Aber ich mache das ja auch nicht beruflich.

        Ich glaube aber, dass ich mich doch mal mit Laterpay befassen werde. Und vielleicht kann ich ja was positives vermelden.

        Grüße
        Henning

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