Viele Menschen sind auf Facebook, ohne es zu wissen. Wie kann das sein? Ein kurzer Text, wie Facebook funktioniert.

Viele Webseiten, die wir besuchen oder Apps, die wir nutzen, senden heimlich Nutzer-Daten an Facebook. Dort werden diese Daten über unsere PC- oder Smartphone-Identifikationsnummer mit der Facebook-Datenbank abgegelichen. Schon weiß Facebook wer wir sind, wie oft wir welche Apps nutzen und welche Webseiten wir besuchen.

Selbst wenn wir keine eigene Facebook-Seite haben, führt das Unternehmen sogenannte Schattenprofile über uns. So werden beispielsweise Informationen über Produkte, Parteien oder Sportvereine gesammelt, die uns im Web interessieren. Reisen, die wir im Netz gebucht haben. Orte, an denen wir uns aufgehalten haben, minutiös dokumentiert durch unsere Smartphones. Selbst Gesundheits-Apps, die den weiblichen Zyklus dokumentieren oder Pornoseiten teilen ihr Wissen mit Facebook.

Spätestens wenn wir dann auch noch WhatsApp nutzen (WhatsApp gehört zum Facebook-Konzern) kennt Facebook unseren Namen und natürlich auch unsere Telefonnummer.

Letztes Jahr hat Facebook eine Funktion veröffentlicht, um uns mehr Kontrolle über diese Daten zu geben. „Off-Facebook-Activity“ (OFA) findet sich versteckt in den Facebook-Einstellungen und gibt Auskunft darüber, welche Apps und welche Webseiten uns zuletzt an Facebook „verpfiffen“ haben.

Was Facebook nun anbietet: Wir können die Verbindung dieser heimlich gesammelten Daten zu unserem Konto nachträglich aufheben. Nicht etwa die Daten löschen, sondern lediglich die Verknüpfung aufheben, was so gut wie alles bedeuten kann.

In meinem Fall hat Facebook allein in den letzten sieben Tagen Daten von 43 Apps und Webseiten über mich erhalten. Das Freunde-Netzwerk gibt an, die Daten für maßgeschneiderte Werbung zu benutzen. Und das lässt die Werbekasse kräftig klingeln. Im letzten Jahr haben unsere Daten Facebook einen Gewinn von 70 Milliarden US-Dollar beschert. Geld, das Facebook investiert, um uns in Zukunft noch enger auf die Pelle zu rücken.

Bei einem Besuch an der Harvard-Universität im Sommer 2019 verriet Facebook-Gründer Mark Zuckerberg man arbeite tatsächlich daran, eines Tages unsere Gedanken lesen zu können. Der erste Prototyp sei bereits in Entwicklung.

 
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2 Kommentare
  1. Kanoupo schreibt:

    Es geht noch sehr viel weiter. Javascript ist geeignet einen Browser-Fingerprint zu erstellen, der unsere Identifikation zulässt und wir sind heute gezwungen auf fast jeder Webseite Javascript zu aktivieren und uns damit umfangreichen Angriffen auzusetzen. EFI, auch allen Computern vorhanden, umgeht alle Sicherhietseinstellungen und gibt Vollzugriff auf den Computer (Hardware-Backdoor), genauso wie Intel Management Engine. Microsoft erfasst alles, was auf Windows läuft und sendet es an Microsoft, deaktivieren unmöglich. …

    Wie war das mit dem Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme?

    Der Staat schützt uns nicht, sondern hängt tief in der Arbeit gegen uns mit drin. Das zweite Betriebssystem auf dem Handy enthält Hintertüren für Staaten. Der Identifikationszwang beim SIM-kaufen ist Teil der HIntertürm, weil so nicht nur Meta- und Inhaltsdaten sondern auch unsere Identität ausspioniert wird (Kombination der Ergebnisse zur höheren Informationsgewinnung). Die Verschlüssleung auf Handys ist für Staaten offen, extra schwacher Algorithmus, der für Staatsangreifer kein Hindernis ist. Huawei soll Hintertüren eingebaut haben? Man hat sie gesucht und keine gefunden. Aber Cisco baut welche ein. Die hat man gefunden, wird aber komplett verschwiegen weil darüber Staaten Zugriff auf usnere Daten nehmen. An jedem Internetprovider stehen staatliche Abhörgeräte die alle unsere Informationen an den Staat ausleiten. Sämtliche Staaten verlangen, dass Hersteller Hintertüren in Hardware für Mobiltelefon- und Computernetze einbauen, sonst kaufen sie ihre Produkte nicht.

    Es ist der totale Überwachungsstaat und Politiker sind die Verbrecher, die das zu verantworten haben.

  2. Henning Uhle schreibt:

    Hallo,

    Ich hab darüber auch neulich mal dazu gebloggt:

    https://www.henning-uhle.eu/informatik/facebook-aktivitaeten-wer-petzt-meine-daten

    Man fühlt sich dabei irgendwie ausgezogen. Und das Blöde ist, dass man Facebook eigentlich nie ganz los wird. Ja, anderes Thema, aber meine Frau ist unter ihrem Mädchennamen nach wie vor bei Facebook zu finden, wenn man sucht. Und das trotz Löschung.

Willkommen!